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 Tarot
 
 

Karten legen

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> Zur Geschichte der Divination mit Karten siehe den Artikel Kartomantie, hier geht es um praktische Hinweise.

Das Lesen der Karten zu erlernen vergleicht HAGER mit dem Erlernen einer Fremdsprache. Zuerst gelte es die Bedeutung der einzelnen Wörter zu erfassen (Karten und ihre Bedeutungen), sind etliche solcher Wörter bekannt, so können ganze Sätze (Aussagen) verstanden werden, deren Grammatik der dem Tarot eigenen Symbolik entspreche (Kleine Tarot-Praxis 1993, S. 22).
Wenn nach vertieftem Studium die Sprache des Tarot die eigene geworden ist, kann der Deuter zu eigenschöpferischen, freiem Umgang damit übergehen.

 

Mischen und Ziehen der Karten

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Zunächst sollten die Karten vom Fragendem eigenhändig gemischt werden., damit der seine Schwingungen auf die Karten überträgt. Dabei sollte er möglichst entspannt sein, das Ganze sich in ruhiger Atmosphäre abspielen.

Sofern aufrechte und verkehrte Lage berücksichtigt werden, ist flächiges Mischen auf ebener Unterlage zu empfehlen. Das gilt vielen ohnehin als sinnlicher und daher dem Zweck angemessener als das Mischen in der Hand oder gar per Mischmaschine, wie es sonst beim Kartenspiel üblich ist.

Erscheinen die Karten genügend gemischt, werden sie zum Päckchen zusammengeschoben, von dem dreimal mit der Linken Hand abgehoben wird. Die drei Päckchen werden nun in umgekehrter Reihenfolge vom Kartenleger aufgenommen und nacheinander aufgedeckt.

Das geschieht am Besten auf einer dunklem Unterlage, von der sich die Karten gut abheben.

Es gibt hierbei je nach Ansicht des Kartenlegers eine ganze Bandbreite von Methoden, vom sehr freien Umgang des Legens bis zum streng formalisierten, komplizierten Ritaul. Da seitens der Tarot-Autoren vielfach auf die innige Verbundenheit der Karten mit ihrem Besitzer hingewiesen wird, sollte sich die richtige Methode von selbst ergeben. Allein beim Gebot des Ziehens mit der Linken herrscht weithin Einigkeit.
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Deutung

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Bei der Deutung der gelegten Karten muß man entscheiden, ob aufrechte oder umgekehrte Lage berücksichtigt werden. Wenn nicht, dreht man die Karte einfach richtig, andernfalls bedeutet die Karte die Schattenseite ihrer Grundaussage. Aus Fürsorge wird dann Besitzergreifen, aus Urteilsschärfe Selbstgerechtigkeit usw.
Ob eine Unterscheidung aufrechter oder verkehrter Lage sinnvoll und notwendig ist oder nicht, mag jeder selbst entscheiden. Dagegen wird eingewandt, die insgesamt 78 Karten des Tarot deckten bereits alle Bereiche menschlichen Seins genügend ab (z. B. G. Hager 1993, S. 25), außerdem wohne jedem dieser Begriffe bereits eine dunkle Seite inne.
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> siehe die Übersicht über alle 78 Karten des Tarot

 

Personenkarte, Signifikator

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Wie der Mensch Zentrum seines eigenen Mikrokosmos ist, so soll er auch in der Mitte der gelegten Karten stehen (SCOTT HOLLANDER, 307). Dazu wählt man eine Karte, die den Fragenden beschreibt. Für eine Frau kann dafür aus der Reihe der Trümpfe die Hohepriesterin genommen werden, für den Mann den Magier oder den Hohepriester. Oder man nimmt eine der Hofkarten, für eine Person ab Vierzig die Königin oder den König, für jüngere Ritter oder Bube, wobei letzter auch für Kinder geeignet sind. Die Wahl der Frage richtet sich wahlweise nach Gegenstand der Frage oder nach Erscheinungsbild des Fragers.

 TypCharakterAnliegen
Stäbeblond oder rothaarig, hell bis sehr hell, Augen blauehrgeizig, großzügig, auffallendberuflicher Erfolg
Kelcheleicht gebräuntes bis hellbraunes Haar, etwas dunklerer Teint, Augen blau oder grauliebevoll, zärtlich, freundlich, angenehmLiebe, Spiritualität
Schwerterdunklere Haut, dunkelbraunes Haar, Augen grau bis hellbraundominant, energisch, stark, ungeduldig, wütend, kaltgeistiger Rat
Münzensehr dunkel oder aber fahl, Haar und Augen dunkelbraun bis schwarzderb, reich, materielle GesinnungGeld und Besitz

Ausgewählt werden sollte nach nur einem, dafür aber besonders treffendem Merkmal, der Charakter bezieht sich auf den augenblicklichen Zustand des Fragenden. Die habituelle Einordnung ist natürlich nur bei Europiden sinnvoll, es wäre zum Beispiel unsinnig, allen Kamerunern wegen Haar- und Augenfarbe eine Karte der Münzreihe zuzuordnen.

Man kann auch astrologisch vorgehen:

 ElementTierkreis
StäbeFeuerWidder, Löwe, Schütze
KelcheWasserKrebs, Skorpion, Fische
SchwerterLuftZwillinge, Waage, Wassermann
MünzenErdeStier, Jungfrau, Steinbock

Weiter gibt es die Möglichkeit, nach ihrer jeweiligen besonderen Bedeutung eine der Zahlenkarten auszuwählen, durch Quersummenbildung aus dem Geburtstag oder den Zahlwerten des Namens einen der Trümpfe zu ermitteln oder auch auf Personenkarte oder Signifikator ganz zu verzichten.
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Tageskarte

Eine wenig formalisierte Art des Kartenorakels ist es, am Vorabend eine für den folgenden Tag gültige Tageskarte zu ziehen. Nach üblichem flächigen Mischen wird mit der linken Hand eine beliebige Karte gezogen und ihre Bedeutung ermittelt.

Diese Befragung von Karten zu Orakelzwecken (Divination) ähnelt der Bibliomantie, der Mantik aus einem blind aufgeschlagenen Buch. Dabei wurde mit Vorliebe die Bibel blindlings aufgeschlagen und ein zufällig gefundener Vers zur Deutung herangezogen.

 

Vermischtes

„Jemandem die Karten legen” meint umgangssprachlich, einem Mitmenschen gründlich die Meinung sagen.

siehe Legesysteme