| Mesopotamien - Schauplätze | ||
(auch Erech) Eine ehedem bedeutende Stadt in Mesopotamien / Südbabylonien, heute Irak. Ausgrabungen in der Ruinenstätte Warka ergaben umfangreiche Funde, welche offenbar die Überlieferung des Gilgamesch-Epos bestätigen.
Stadtgöttin von Uruk war Ninsun, die Mutter des Gilgamesch. Dieser Held des nach ihm benannten Epos war fünfter König von Uruk, der 126 Jahre geherrscht haben soll und — nach sumerischen Königslisten — im Königtum Nachfolger des Dumuzi gewesen sein soll. Auch der Vorgänger Dumuzis trug diesen Namen. Der herrschte erheblich länger als sein Nachfolger, wobei unklar ist, ob nicht beide die gleiche Person meinen — zwischen beider Herrschaften geschah die Zäsur und Urkatastrophe der von Enlil gesandten Sintflut. Während es für wahrscheinlich gilt, daß es Gilgamesch tatsächlich gegeben hat, ist man bei Dumuzi vorsichtiger — immerhin war als mythische Figur Liebhaber der Fruchtbarkeitsgöttin Inanna.
Die verführerische Göttin Inanna hatte sich die damals noch machtlose Stadt Uruk auserkoren. Um dieser zu Macht zu verhelfen, umgarnte sie bei einem Gastmahl der Götter den berauschten Enki. Sie bat den Trunkenen, einmal die von ihm gehüteten Kräfte Me betrachten und erproben zu dürfen. Der willigte ein, doch packte Inanna die Kräfte rasch und entschwand auf ihrem Himmelsschiff nach Uruk, wohin sie die hundert göttlichen Kräfte brachte. Damit war der Verfall von Enkis Stadt Eridu besiegelt und Uruks Blüte begann (UHLIG (2002), S. 34f.).
Uruk-Gart bzw. Uruk-Mart ist im Gilgamesch-Epos Herrschaftssitz des Königs Gilgamesch, der hier etwa 2750 bis 2600 v. gelebt haben soll. Er gilt als Erbauer einer 9,5 km langen Befestigungsmauer mit neunhundert halbrunden Türmen. Auch die Tempel des Himmelsgottes An (akk. Anu) und der Göttin Inanna (akk. Ishtar) werden ihm zugeschrieben.
In der Bibel ist Uruk als Erech erwähnt. Es soll dereinst zum Reich des Nimrod gehört haben (1. Mose 10.10). Während der babylonischen Gefangenschaft lebten auch in Erech Israeliten (Esra 4.9).
Im Ausgrabungsgebiet von Uruk wurden mehrere Zikkurate (Stufentempel) gefunden. Der Weiße Tempel war der des An, des Stadtgottes von Uruk, ein gewaltiger Bau mit Hochterasse, wahrscheinlich eines der ältesten und zu jener Zeit bedeutenste dieser Anlagen in Mesopotamien (UHLIG (2002), S. 41).
Im Bereich des Roten Tempels fand man rund 1000 Tontafeln, deren Texte wirtschaftlicher Art waren (z. B. Bestandslisten) und die kaum einen Zweifel daran lassen, das die Schrift in ihren Anfängen rein praktischen Zwecken diente und sich aus Merkzeichen hin zur Symbol- dann zur Silben- und Buchstabenschrift entwickelte (UHLIG (2002), S. 82).
Ein weiteres aufgefundenes Heiligtum ist der Irigal-Tempel.
Uruk gilt als erste Großstadt der Menschheitsgeschichte. Hier sollen so bedeutsame Erfindungen wie die des Rades geglückt sein, überdies gilt es als der Ort, an dem das erste Bier gebraut wurde.