| Mesopotamien - Schauplätze | ||
(oder Kish) Eine sumerische Stadt, ehemals am Euphrat gelegen, etwas nordwestlich von Nippur.
Stadtgott von Kisch war Zababa.
Kisch war die Stadt, in welcher sich nach der von Enlil bewirkten Sintflut die erste Königsdynastie etablierte. Ihr Begründer war der Sagenkönig Mesilim, der historisch dem Meschannaba entspricht (UHLIG (2002), 186 u. 189).
Ein aus dem 28. Jh. v. nachweisbarer König von Kisch ist Mebaragesi (Enmebaragesi). Er und sein Sohn Agga werden in sumerischen Texten als Rivalen des Gilgamesch, König von Uruk, genannt — ein Indiz, daß der Sagenheld Gilgamesch tatsächlich eine historische Persönlichkeit war (UHLIG (2002), 165f.).
Die Feindschaft zwischen Uruk und Kisch wird auch im Kurzepos Gilgamesch und Agga von Kisch deutlich.
In Kisch wurde der älteste bekannte Königssitz gefunden, bei dem der König in einem weltlichen Palast, nicht mehr in einem Tempel wohnte (UHLIG (2002), S. 193f.).
In Kisch lebte Scharrukenu, der Mundschenk des Königs von Kisch und Adoptivsohn Laïpus, dem königlichen Palmgärtner, der das Kind der Sage nach in einem Weidenkörbchen aus dem Euphrat gefischt hatte; die Mutter soll eine zur Kinderlosigkeit verpflichtete Tempelpriesterin der Inanna gewesen sein. Dieser Scharrukenu schwang sich später als Sargon I. zum Herrscher über ganz Mesopotamien und weit darüber hinaus auf und begründete Akkad, das erste Großreich der Geschichte (UHLIG (2002), S. 250ff.).