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 Römische Mythologie
 
 

Janus

(lat. ianua „Tür”, and. Namen im Text). Ein römischer Schutzgott der Ein- und Ausgänge sowie von Anfang und Ende, mithin zwei Seiten in sich vereint.

Janus´ Herkunft ist unterschiedlich gedeutet. Mal gilt er als Sohn von Apollo und Kreuse, der Tochter des Königs Erechtheus von Athen. Neben diesen jungen Mythos heißt es auch, er sei Sohn des Uranos (oder Coelus) und der Hekate oder er gilt als Sohn des Saturn und der Entoria.
Seine Gattin war seine Schwester Kamese, die er aus seiner Heimat Perrhaebia mitbrachte. Mit ihr ist er Vater der Olisthene. Eine Liebschaft war die Nymphe Krane bzw. Crana. Mit ihr ist er Vater des Königs von Alba Longa.
Als historische Persönlichkeit soll Janus ein altitalischer König gewesen sein, der 150 Jahre vor Aeneas von Perrhaedia nach Italien gelangt war, etwa um die Zeit des biblischen Richters Ehud, nach biblischer Zeitrechnung im 2625. Jahre (nach HEDERICH, Sp. 1322).

Dargestellt wird Janus mit zwei in entgegengesetze Richtungen blickenden Gesichtern (Januskopf), mit Schlüssel und Pförtnerstab.

Seinem Wirken wird der Bau von Schiffen und die Verwendung der Münzen zugeschrieben. Auch sonst soll Janus, nachdem er nach Italien gelangte, den zuvor wilden Menschen allerlei Kultur gebracht haben, wird darin aber auch als Statthalter Saturns angesehen. Der Hügel Janiculus war nach ihm benannt, den der Gott selbst aufgeworfen hatte.

Sein Tempel war ein Doppeltor zum Forum Romanum. In Kriegszeiten war dieser Tempel geöffnet, wenn überall im Reich Frieden herrschte wurde er feierlich geschlossen. In der 700jährigen Geschichte bis Augustus erlebte Rom dieses Ereignis nur sehr selten: Unter dem zweiten König Numa Pompilius, nach dem ersten punischen Krieg und nach Augustus Sieg bei Actium. Dessen Regierungszeit erlebte noch zwei weitere Schließungen des Tempels.

Außer diesem Tempel hatte er noch in jeder Region der Stadt Rom einen Altar. Hier wurden stets die Opferhandlungen eingeleitet. Bei seiner Anrufung, die jeden Morgen erfolgte, schaute man nach hinten und nach vorne, wie der doppelgesichtige Gott das doppelseitige im Leben, Vorher und Nacher schlechthin ist. Die Bildsäulen des Janus waren mit Lorbeer bekränzt. An seinem Festtag, dem 1. Januar, tauschte man diese gegen frische aus.

Seine Doppelgesichtigkeit symbolisiere entweder die Teilung seiner Herrschaft mit dem Saturn oder die Sonne, die den Tag sowohl beginnt als auch beendet.
Sein Name soll eigentlich Eanus gewesen sei, von lat. ab eundo, „Gehen”, weil er die Sonne sei, die beständig gehe oder laufe HEDERICH, Sp. 965.

Consevius, Consivius oder Consuvius sind Beinamen des Janus. Diese hat er a conserendo, weil Janus als die Sonne für die Fortpflanzung des Menschengeschlechts sorgt (HEDERICHHederich 1996, Sp. 775).

Gelegentlich wird er, als Quadrifrons, auch mit vier Gesichtern dargestellt, welche die vier Elemente wie die vier Jahreszeiten darstellen. Eine solche Darstellung seiner fand sich in Phaleris, Tucsien. Man verbrachte ihn nach Rom, wo Quadrifrons auf dem Foro Transitorio ein Tempel errichtet wurde. Er steht in der Nähe der heutigen Kirche S. Georg.
Janus´ Schlüssel schließt den Tag auf und zu, seine zwölf Altäre stehen für die zwölf Monate.

Nach dem Janus ist der Monat Januar benannt.

Eine zum christlichen Heiligen kanonisierte Version des Janus soll der Bischof und Märtyrer Januarius sein (WALKER, S. 474).