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   Kalender - Monate - July
 

Bauern- und Wetterregeln zum Juli

In Mitteleuropa kommt es Ende Juni fast immer zu einer Abkühlung. Darauf folgt in der Regel zwischen dem 9. und 14. Juli eine hochsommerliche Periode, Ende Juli meistens eine weitere Erwärmung auf hochsommerliche Temperaturen (MICHELS, Abendrot Schönwetterbot).

Zum Juli gibt es eine Reihe von Bauernregeln. In der zweiten Hälfte des Monats beginnt die Heuernte (vgl. den dt. Namen), weshalb dem Landwirt ein günstiges, sonniges Wetter in diesem Monat besonders wichtig ist: „Die Julisonne hat noch keinen Bauern aus dem Lande geschienen.”

„Juli recht heiß, lohnt Müh’ und Schweiß.”

„Im Juli will der Bauer schwitzen,
nicht müßig hinterm Ofen sitzen.”

So golden im Juli die Sonne scheint,
so golden sich der Roggen neigt.

Um so weniger erfreut im Juli anhaltender Regen:

„Wenn der Juli fängt mit tröpfeln an,
wird man lange Regen ha’n.”

„Hört der Juli mit Regen nicht auf,
geht leicht ein Teil der Ernte drauf.”

Daß es Regen geben wird, soll man im Juli am Tau ablesen können:

„Ohne Tau keinen Regen,
so heißt es im Juli allerwegen.”

Auf anhalten Regen weist im Juli ein Gewitter hin. Zwar heißt es

„Juligewitter hilft Winzer und Schnitter”,

doch ist es ungünstig für die Ernte, wenn das Gewitter Vorbote eines dauernden Landregens war, da besonders Heu zur Ernte trocken sein muß.

„Bei Donner im Julius, viel Regen man erwarten muß.”

Ein verregneter Juli soll auch dem Wild aufs Gemüt schlagen, denn:

„Kalter Juliregen, bringt Rehbrunft kein Segen”

und dem Winzer den Wein verwässern:

„Einer Reb und einer Geiß ist´s im Juli nie zu heiß.”

„Wenn gedeihen soll der Wein,
dann muß der Juli trocken sein.”

„Heißer Juli verheißt guten Wein.”

Auch fallender Tau

„Ohne Tau kein Regen, heißt´s im Juli allerwegen”

oder - laut 100jährigem Kalender - über Weg und Steig kriechende und krabbelnde Würmer, Schnecken und dicke Spinnen deuten auf baldigen Regen. Andere tierische Seher sind:

„Wenn Fledermäuse emsig am Abend fliegen,
wird im Juli das gute Wetter siegen.”

„Schnappt im Juli das Weidevieh nach Luft,
riecht es schon Gewitterduft.”

Besonders gefürchtet ist jedoch kurz vor der Ernte der Hagelschlag. Wenn dieses gefrorene Wasser mit Wucht auf die reifen Ähren oder Trauben schlägt, dann ist schnell die ganze Arbeit zunichte und Hunger und Elend drohen:

„Hagelt´s Juli und August,
vorbei des Bauern Freud´ und Lust.”

Allerdings hagelt es im Juli sehr häufig denn:

„Selten wie ein Kopf ohne Nagel, so selten Juli ohne Hagel.”

Hier ist der Stift gemeint, nicht der menschliche Kopf.
Sofern Regenguß und Hagelschlag glimpflich verliefen, winkt zum Ausgleich der durchstandenenen Sorgen eine gute Ernte:

„Wettert der Juli mit großem Zorn,
bringt er dafür reiferes Korn.”

War das Wetter im Juli aber schlecht und bleibt es dabei auch im August, so braucht auch für den September nichts Gutes mehr erhofft werden:

„Was Juli und August nicht taten,
läßt auch September nicht geraten.”

„Was der Juli verbricht,
rettet der September nicht.”

Wenn die Ameisen im Juli ihre Haufen höher machen, so soll ein strenger Winter folgen. Auch sonst wird vom Juliwetter auf das Wetter im Winter geschlossen, eine Einschätzung, die sich auch im 100jährigen Kalender findet.

Im Juli viele Rosen — im Winter scharfes Tosen.

Ist´s im Juli heiß und warm,
friert´s um Weihnacht reich und arm.

Macht der Juli uns heiß, bringt der Winter viel Eis.

„Genauso wie der Juli war,
wird nächstes Jahr der Januar.”

Regeln zu bestimmten Tagen finden sich — soweit vorhanden und hier gesammelt — unter dem jeweiligen Tag (siehe Kalenderblatt).