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   Judentum / Altes Testament
 

Jahwe

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

(hebrä. „Ich bin da”, „Ich werde sein”) Der Gott der Bibel und einzige Gottheit der jüdischen und christlichen Religion. Er ist Welten- und Menschenschöpfer, Sender einer Sintflut und — als Jahwe Zebaoth — Heerführer des von ihm auserwählten Volkes der Israeliten. Er gebietet über eine Schar von Engeln.

Bei den Israeliten wurde Jahwe zum Eigennamen des einzigen und ewigen Gottes, Schöpfer von Himmel Shamajim und Erde Eres, Richter der Völker und Herr der Geschichte seines Volkes Israel, mit dem er einen Bund (Berit) schloß. Er gab ihnen über seinen Propheten Mose das Gesetz und führt als Jahwe Zebaoth („Jahwe der Heere”) ihre Truppen an. Er berief zahlreiche weitere Propheten, denen er sich über seine Engel Malachim oder direkt offenbarte.

In ältester Zeit kannten arabische Stämme unter diesem Namen einen Berg- und Naturgott, der mit El, dem höchsten Gott der Kanaaniter, gleichgesetzt wurde.

Tetragramaton
Tetragramm
 
In 2. Mose 3,13f. gibt sich Gott dem Mose als „Ich werde sein, der ich sein werde” (Übers. Luther) zu erkennen. Den Namen Jahwe umgibt besondere Heiligkeit. Das dritte Gebot lautet: „Du sollt den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen”. Darum wird aus Ehrfurcht vermieden, den Namen auszusprechen, man greift auf die appelative Bezeichnung Elohim oder Umschreibungen wie „El der Höchste” oder „der Herr” zurück. Außer in den heiligen Texten selbst wird in koscherem (reinen) jüdischen Schrifttum auch die volle Ausschreibung vermieden, man setzt dann zum Beispiel Go-t oder He-r. Ähnlich verfahren auch fromme Muslime.
Die vier hebräischen Schriftzeichen JHWH (Vokale sind nicht überliefert) werden als Tetragramm bezeichnet (Jod-He-Vau-He).
In Anlehnung an den Namen Gottes wurden zahlreiche Personennamen gebildet, etwa Joshua, Johannes oder Jesus.

Daß Jahwe nach den biblischen Texten durch Aussprechen von Worten die Welt binnen sechs Tagen (1. Mose 1) erschuf, damit auch den Menschen (1. Mose 1, 26 u. 2,4), den er aus dessen ursprünglichen paradiesischen Aufenthaltsort austrieb (1. Mose 3,20-24, siehe Adam und Eva), gilt vielen Gläubigen als sicher. Skeptiker können dagegen einwenden, daß in den betreffenden Bibelstellen ein Jahwe nicht genannt ist, vielmehr ist von Elohim die Rede, was „die Götter” heißt.

Der biblische Gott gilt als fürsorglicher, gütiger Vater. Das pflanzliche Opfer, das ihn der dritte Mensch, Kain, darbringt, es ist dieses das erste Opfer überhaupt, weist er aber ab. Hingegen nimmt er das Schlachtopfer des Abel an.

Er gilt als allwissend. Doch gerade mal gute 1600 Jahre nach Vollendung seiner Schöpfung reut ihm die Schaffung des Menschen. Die von ihm Gemachten ertränkt er in einer Sintflut. Einzig Noah und seine Söhne sowie seine Frau und die Frauen seiner Söhne beläßt er am Leben.

Hernach verhinderte er den Turmbau zu Babel, indem er den Menschen zahllose verschiedene Sprachen gab (1. Mose 11,5-9).

Von den Menschen wählte er sich den Abram aus und setzte die Beschneidung als Zeichen der besonderen Verbundenheit ein. Von diesem dann Abraham Genannten stammte in der Folge das Volk Israel, dem Jahwes besondere Zuwendung gilt.

Als später dieses Volk in Ägypten geplagt wird, macht Jahwe den Moses zu seinem Anführer beim Auszug aus Ägypten und gibt ihm durch Moses das Gesetz. Er weist ihm in den Weg durch die Wüste nach dem Lande Kanaan, das er Israel als „gelobtes Land” übereignet.

Der christliche, aus dem griechischen stammende Eigenname des Gottes ist Kyrios (dort auch Weiteres zum christlichen Gott), eine im 13. Jahrhundert aufgekommene Bezeichnung ist Jehova, eine Konstruktion aus dem Tetragramm JHWH und den Vokalen des Wortes Adonai.