Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Altes Testament
 

Garten Eden

(hebr. eden „Wonne”; „Garten der Freude”) Den Garten Eden, das Paradies der Genesis, pflanzt Jahwe gegen Morgen, also im Osten. In Eden befindet sich eine Quelle, der die vier Hauptgewässer Pison, Gihon, Hiddekel und Euphrat entströmen.

In diesem lieblichen Garten leben die beiden Urmenschen geschlechts-, zeit- und geschichtslos dahin.

Im Garten stehen der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Von letzterem darf der Mensch nicht essen, was er aber auf Betreiben der Schlange / Evas endlich doch tut. Daraufhin wird das Menschenpaar Adam und Eva aus Eden vertrieben. Vom Baum des Lebens, der Unsterblichkeit verleiht, trennen sie seitdem die den Garten bewachenden Cherubim.

Die Menschen sind seit dieser Vertreibung verflucht. Adam wird zu schweißtreibender Arbeit, Eva zu schmerzhaftem Gebären und obendrein zur Untertanenschaft gegenüber Adam verurteilt, die Schlange schließlich wird mit dauernder Bauchlage bestraft.

Das apokryphe Buch Henoch nennt den Erzengel Gabriel sowohl Vorsteher des Paradieses, der Schlangen und der Cherubim (WEIDINGER, Die Apokryphen, S. 311).

 

Von einem paradiesischen Urzustand ist in vielen Mythen die Rede. Namentlich verwandt ist Eden mit dem iranischen Heden. In Heden soll im Goldenen Zeitalter der noch doppelgeschlechtliche Urmenschenwesen gewohnt haben.

 

Der später als Häretiker verurteilte christliche Kirchenschriftsteller Origenes erklärte zur Vorstellung vom Garten Eden: „Niemand wird so töricht sein und diese Allegorie als die Beschreibung einer tatsächlichen Begebenheit verstehen.” (WALKER, S. 242)

 

Eden soll (persönl. Mitteilung an den Autor) „Wüste” heißen. Richtigerweise hieße der Garten Eden dann „Garten in Eden”, was an eine Oase in der Wüste denken läßt.