| Judentum / Altes Testament | ||
(hebrä. Mensch [aus Erde]) Laut erstem Buch Mose (Genesis) der erste Mensch und in früher Zeit Gattungsname für Mensch.
In 1. Mose 1,26 heißt es, daß von Gott (Elohim, also eigtl. die Götter) am sechsten Tag der Schöpfung beschließt, ihm gleiche Menschen zu schaffen, die über die Erde herrschen sollen. In 1. Mose 1,27 setzt er das Vorhaben in die Tat um und erschafft einen Mann und eine Frau, die er einen Vers später segnet und zufrieden die Schöpfung beschließt.
In 1. Mose 2 wird das Geschehen konkretisiert, bzw. anders dargestellt. Gott (Jahwe) macht hier aus einem vom Nebel feuchten Erdenkloß einen Menschen, dem er seinen Odem einhaucht und so zum Leben erweckt. Gott pflanzt daraufhin den Garten Eden, in den er diesen Menschen verbringt.
In diesem Paradies schärft er dem Neuling ein, von allen Früchten zu essen, abgesehen vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen; ein Übertreten dieses Gebotes würde mit dem Tod geahndet.
Der eine Mensch erhält nun den Auftrag, allen Pflanzen und Tieren des Gartens Namen zu geben. Nachdem das erledigt ist, schläfert Gott den Menschen ein, entnimmt ihm eine Rippe und baute ein Weib aus seiner Rippe (1. Mose 2,22). Der wieder erwachte Mensch erkennt sie als seinesgleichen und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und schämten sich nicht (1. Mose 2,25).
Das änderte sich, nachdem die Schlange die Frau zum Essen vom besagten Baum der Erkenntnis bewog. Auch der Mann biß zu. Sie stellten fest, daß sie nackt seien und bedeckten sich mit geflochtenen Feigenblättern.
Im folgendem Verhör fällt erstmals der Name Adam. Gott verflucht die Schlange zu einem Leben ohne Gliedmaßen, die Menschen zu harter Arbeit und schwerer Geburt, verfeindet Schlange und Frau und stellt die Frau unter die Herrschaft des Mannes. Gott ersetzt die pflanzliche Kleidung der Menschen durch Felle und vertreibt sie aus dem Paradies Eden. Damit sie nicht zurückkehren können und womöglich noch von einem anderen besonderen Baum essen, dem Baum des Lebens, setzt Gott mit Schwertern bewaffnete Cherubim zur Bewachung des Gartens ein.
Adam wird mit der nun Eva genannten Frau Vater von Kain, Abel und Seth. Mit 930 Jahren verstarb er (1. Mose 5,1-5; diese Stelle streift die Erschaffung von Mann und Frau wie 1. Mose 1,26ff. kurz als gemeinsames Ereignis).
Als erste Frau Adams wird in außerkanonischer Überlieferung auch die Lilith genannt.
Das Christentum sieht den Menschen von diesen Anfängen an mit der Erbsünde belastet, weshalb er der Erlösung bedarf.
Adam selbst soll wieder zum Leben erweckt worden sein, als über seiner Grabstätte tief unter Golgatha das Kreuz mit dem Menschensohn aufgerichtet worden war. Als Jesus dahinschied, bebte die Erde, sein herabrinnendes Blut tropfte durch einen aufgetanen Spalt hinab auf den verstorbenen, den Jesus dann bei seiner Höllenfahrt antraf.
Einer Legende zufolge soll das Kreuzesholz aus drei Samenkörnern gewachsen sein, welche man dem toten Adam unter die Zunge gelegt hatte. (GRIMM, N. 287)
Die Stammeltern Adam und Eva werden im christlichen Heiligenkalender geführt, ihr Tag ist der 24. Dezember. Dargestellt werden sie mit Schlange, Baum und Apfel, nackt oder mit Fellen bekleidet. Dabei sind sie, weil sie ihre Nacktheit mit den ersten Kleidern bedeckten, Patrone der Schneider und, als Bewahrer des Paradiesgartens, der Gärtner.
Zur Vertreibung aus dem Paradies vgl. die Geschichte von den altiranischen Urmenschen Mashya und Mashyai.
Im Tetragramm bedeutet die Dreiheit, am Anfang des Wortes genommen, die göttliche Vereinigung, und am Ende des Wortes genommen, Weiblichkeit und Mütterlichkeit. Der Name Eva hat drei Buchstaben, der ursprüngliche Name Adam jedoch wird durch den einzigen Jod ausgedrückt und deshalb sollte Jehova wie Jeva ausgeschrieben werden. Dies führt uns zum großen, durch die Vierheit ausgedrückten Mysterium der Magie. (LÉVI, 118)
Bibelzitate, soweit nicht anders vermerkt, nach: Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments. nach der rev. Übersetzung Martin Luthers von 1912.