| Judentum / Altes Testament | ||
(Avram, göttlicher Vater) Dieser erste Erzvater Israels war ein Nachfahre Sems, dem Sohn des Noah, der neun Generationen vor Abram lebte. Abrams Vater war Tharah, der ihn im Alter von siebzig Jahren zeugte, 321 Jahre nach der Sintflut. Seine Brüder hießen Nahor und Haran (1. Mose 11,26), die Familie lebte in der Stadt Ur in Chaldäa.
Mit seiner ägyptischen Magd Hagar wurde Abraham Vater des Ismael, mit seiner Gattin Sara des Isaak, mit seiner zweiten Frau Ketura Vater von Simran, Joksan, Medan, Midian, Jesbak und Suah.
Abraham wurde von seinem Gott, seinen Glauben findet er nach seiner Begegnung mit Melchisedek, reiche Nachkommenschaft und ein Bündnis verheißen und die Beschneidung als dessen Zeichen eingeführt. Zur Prüfung verlangte der Gott Abrahams von ihm die Opferung Isaaks, zu der es aber nicht kam, als Abraham seine bedingungslose Gefolgschaft bewiesen hatte.
Für seine Frau Sara erwarb Abraham in Hebron den Begräbnisplatz.
Die Abstammung Isaaks von Abraham gilt der Bibelkritik als möglicherweise nachträglich in die Sage eingearbeitete Verknüpfung, ebenso die Identifikation seines Gottes mit Jahwe (Reclams Bibellexikon, 1982, S. 18).
Der Name Abraham, göttlicher Vater, die Vorsilbe Ab- in Namen bedeutet Vater, soll als Vater Brahm auf den indischen Gott Brahma anspielen und beide eine Abkehr vom Mutterrecht markieren (WALKER 1993, S. 5 und 124). Mit der biblischen Aussage ist dieses jedoch kaum vereinbar, würde sich der biblische Schöpfergott doch kaum auf einen anderen Gott beziehen. Vielmehr sei Brahma als Vater von vielen zu übersetzen und auf den umfassenden Anspruch Jahwes abzielen.
In Abrahams Schoß soll beim Gastmahl für die seligen Frommen im Jenseits der geehrteste Gast liegen (Lukas 16,22). Die Ehrung spielt auf Abraham als ersten Gläubigen an.
Nachdem der Bruder Haran, Vater des Lot, gestorben war und Abram mit Sarai, Nahor mit Milka verheiratet war, zog Vater Tharah mit seiner Sippe von Ur weg gen Kanaan. Unterwegs, in einer Ortschaft, die wie einer der Brüder Abrams Haran hieß. Hier starb Tharah im Alter von 205 Jahren (1. Mose 11,27-33).
Zu dieser Zeit sprach Gott zum Abram, er solle weiterziehen, später werde er gesegnet und zum Stammvater eines großen Volkes werden (1. Mose 12,1-3).
Mit seinem Neffen Lot und den ihrigen zog Abram, er war mittlerweile 75 Jahre alt, von Haran weg und sie erreichten das Land der Kanaaiter, wo sie sich in Sichem am Hain More niederließen.
Wieder sprach der Gott zu Abram, der ihm einen Altar errichtete. Er begab sich ostwärts und zwischen den Orten Beth-El im Westen und Ai im Osten baute Abram seine Hütte sowie einen weiteren Altar für seinen Gott, von dem er auch predigte. Seine weitere Reise führte Abram ins Mittagsland (Süden, 1. Mose 12, 7-9).
Denn in Kanaan verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage, so daß Abram gen Ägypten aufbrach. Er befürchtete aber, dort würde man ihn töten, um seine schöne Frau Sarai zu erobern und gab diese darum als seine Schwester aus (1. Mose 12, 10-13).
Tatsächlich begehrte der Pharao die Sarai für sich. Als Ablöse beschenkte er Abram reichlich mit Vieh und Knechten, doch als die Sarai in des Pharao Haus gekommen war, litt der unter Heimsuchungen des Gottes Abrams. Dadurch erkannte er die Wahrheit über Sarais Familienstand und gab sie dem Abram zurück, überdies versah er sie mit Geleitschutz (1. Mose 12, 15-20).
Sie zogen zurück in die Gegend zwischen Beth-El und Ai, wo sie in Gesellschaft von Kanaitern und Pheresitern in Wohlstand lebten. Das Land war aber nicht üppig genug für die Herden der ganzen Sippe und so beschloß man, daß Lot nach Osten an den Fluß Jordan zog und nahe der Stadt Sodom Wohnung nahm, Abram weiter westlich in Kanaan blieb (1. Mose 13, 1-13). Nachdem ihm Gott das Land verheißen hatte, baute Abram im Hain des Amoriters Mamre zu Hebron Hütte und Altar.
Unterdessen war es bei Sodom zum Krieg der Könige gekommen und Lot in Gefangenschaft geraten. Abram erfuhr davon und ihm gelang seine Befreiung. Zu Abram kam Melchisedek, der König von Salem und Priester Gottes des Höchsten, und segnete Abram, der ihm im Gegenzug den Zehnten entrichtete (1. Mose 14).
Ein weiteres Mal erschien der Herr dem Abram und verhieß ihm erneut reiche Nachkommenschaft, die aber für 400 Jahre in der Fremde leben würden. Dies geschah, nachdem Abram eine Kuh, eine Ziege und einen Widder von je drei Jahren sowie eine Turteltaube und eine junge Taube geopfert hatte (1. Mose 15, 9). Des Nachts wurde das Opfer angenommen, indem eine Flamme zwischen den Fleischstücken umherfuhr (1. Mose 15, 17) und mit Abram einen Bund schloß.
Vorerst blieb Abram jedoch kinderlos, weshalb Sarai ihrem Gatten vorschlug, es mit ihrer ägyptischen Magd Hagar zu versuchen. Die wurde prompt schwanger und fühlte sich der Sarai überlegen, was diese verdroß und gegen Hagar aufbrachte. Die floh, doch ein Engel des Herrn beredete sie in der Nähe des Brunnen Sur zur Rückkehr. Wieder zurück gebar sie dem Abram den Ismael (1. Mose 16).
Im Alter von 99 Jahren erschien sein Gott dem Abram erneut, gibt dem den Namen Abraham und forderte von ihm als Zeichen des Bundes die Beschneidung eines jeden Knaben im Alter von acht Tagen. Gleichzeitig wird allen, die dieses verweigern die Ausrottung angedroht. Auch die Sarai wird umbenannt. Sie soll nun Sara heißen und ein weiteres Mal wurde der mittlerweile 90jährigen ein Kind versprochen (1. Mose 17).
Wenig darauf erschienen drei Männer bei Abraham, der in ihnen seinen Gott erkennt und sie gut bewirtet. Die Ankündigung, im Jahr darauf solle die greise Sara, die längst die Menopause hinter sich hatte (1. Mose 18,11) einen Sohn gebären, nötig der leises Gelächter ab. Beim Abschied kündigten die drei Männer den Untergang Sodoms und Gomorrhas an.
Nach dem Untergang der Städte (1. Mose 19) verließ Abraham seine Wohnung und zog nach Süden ins Land Gerar im Gebiet der Philister, zwischen Kades und Sur. Erneut sieht er sich veranlaßt, seine Frau als seine Schwester auszugeben. Wie früher in Ägypten verlangte der König, Abimelech, diese zur Frau doch drohte ihm Gott Verderben an und Sara blieb bei Abraham, ohne daß Abimelech sie berührt hätte. Er fragte aber Abraham, warum der gelogen hatte und erhielt zur Antwort, er habe gar nicht gelogen, denn als Tochter seines Vaters, nicht aber seiner Mutter sei sie seine Halbschwester. Abimelech beschenkte Abraham reich und gab ihm Sara wieder. Dafür erhielten die Frauen seines Landes ihre Fruchtbarkeit zurück, die Gott ihnen derweil genommen hatte (1. Mose 20).
In der Folge suchte Gott die Sara heim, die wurde wie verheißen schwanger und gebar Abraham den Isaak (1. Mose 21, 1-8). Nun selbst Mutter veranlaßte sie Abraham, die Hagar und Ismael fortzuschicken.
Abimelech betrachtete unterdessen Abrahams Hausstand mit wohlwollender Sorge und nahm ihm das Versprechen ab, nicht gegen ihn vorzugehen. Zu Beer-Seba, wo Abraham einen Brunnen gegraben hatte, beschlossen sie einen Bund und Abraham pflanzte dort Bäume (1. Mose 22-34).
Nun verlangte Gott von Abraham, seinen lang ersehnten Sohn zu opfern. Der fügt sich widerspruchslos und geht mit Isaak auf einen Berg im Land Morija. Im letztem Augenblick griff ein Engel ein und dem Abraham wurde verkündet, er habe die Prüfung bestanden (1. Mose 1-14).
Jahre später verstarb Sara. Abraham bat als ein Fremder die Einheimischen, die Kinder Heth, um ein Erbbegräbnis. Die gestatteten es ihm und der Hethiter Ephron schenkte ihm seine Grabhöhle, gelegen in Hebron gegenüber Mamre im Lande Kanaan (1. Mose 23), für die Abraham aber unbedingt bezahlen wollte.
Auch Abraham traf nun Vorsorge für die Zeit nach seinem Tod. Seinen ältesten Knecht ließ er schwören, daß der für den Isaak eine Frau vom eigenen Stamm, nicht von den Kanaanitern, wählen würde. Diesen Schwur ließ er dadurch bekräftigen, daß der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams legte (1. Mose 24, 1-9).
Trotzdem war Abraham rüstig genug, ein weiteres Mal zu heiraten. Mit ihr, sie hieß Kehura, wurde er noch Vater von Simran und Joksan, Medan und Midian, Jesbak und Suah (1. Mose 25, 1-2). Seinen gesamten Besitz vererbte Abraham jedoch dem Isaak, der seinen Vater, der 175 Jahre alt wurde, neben der Sara bestattete, wobei ihm der Ismael half.
Auch die Christenheit verehrt den Erzvater Abraham, sein Fest wird am 9. Oktober begangen.
Nach islamischer Überlieferung ist Ibrahim (arab. für Abraham) der Erbauer der Kaaba zu Mekka. Den Bau soll einst Adam errichtet haben, später seien Ibrahim und sein Sohn Ismail vom Engel Djabaril (Gabriel) zum Neubau aufgefordert worden und auch den schwarzen Stein habe Djabaril dem Ibrahim übergeben.
Bibelzitate, soweit nicht anders vermerkt, nach: Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments. nach der rev. Übersetzung Martin Luthers von 1912)"); } //-->.