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 Griechische Mythologie
 
 

Titanen

(gr. Titanes) In der griechischen Götterwelt sind die Titanen ein Geschlecht ältester Gottheiten. Sie stammen von der Gaia und dem Uranos ab und sind entweder ihre direkten Nachfahren oder als Söhne des von ihnen gezeugten Titan deren Enkel.
Eine gemeingriechische Auffassung gibt es hier nicht, wie die meisten Titanen in Griechenland auch keinen Kult besaßen (KERENYI, 29).

Laut HESIOD waren die Titanen ein älteres Göttergeschlecht, próteroi theoí, das die Urmutter Gaia mit ihrem erstgeborenen Sohn Uranos gezeugt hatte (Theogonie 424 u. 133-138).
Der jüngste von ihnen, Kronos löste den Uranos in der Herrschaft ab.

Die Titanen, sie werden auch Aleten genannt, gelten als ältere Geschwister der Kyklopes und der Hekatoncheires, zwei Geschlechter ungeschlachter Riesen. (Theogonie 139-153)

Bei HESIOD werden in der ersten Generation zwölf Titanen genannt, sechs Söhne und sechs Töchter, die später sechs Paare bilden:

Okeanos und Thetys, Hyperion und Theia. Kronos und Rheia, Koios und Phoibe, Kreios und Mnemosyne, Iapetos und Klymene (Theogonie 133-137), wobei die Schwestern auch Titaniden genannt werden und Mütter einer weiteren Titanengeration sind, darunter Atlas, Epimetheus, Menoitios, Prometheus.
Es gibt allerlei abweichende Angaben über Namen und Anzahl und Zugehörigkeit der Titanen.

Unter Führung ihres jüngsten Bruders Kronos stürzten die Titanen ihren Vater Uranos, weil Gaia nicht weiter wollte, daß Uranos weiter alle seine Kinder fresse.
Kronos nahm von der Mutter Gaia die eherne Sichel, mit welcher er den Uranos entmannte.

Ihrerseits werden die Titanen, welche allerlei Kulturtechniken erfanden und ein erstes Menschengeschlecht erschaffen haben sollen, von den Nachkommen des Kronos gestürzt, die Kroniden genannt werden und ihrerseits zwölf an der Zahl sind.
Der Jüngste von ihnen, Zeus, übernahm von Kronos die Herrschaft, wie seinerseits der selbst den Großvater Uranus in den Tartaros gestürzt hatte. Nach einem zehn Jahre währendem Kampf siegten die Olympier und die Titanen wurden in den Tartaros verbannt. Wegen dieses Absturzes vom himmlischen ins unterirdische Gefilde heißen sie auch Unterwelts-Titanen bzw. Chthónioi, „die Unterirdischen” (Theogonie 697; vgl. Chtonios).
Von den Unterlegenen wurde Atlas zum Tragen des Himmelsgewölbes gezwungen.
Andere pflanzten sich fort oder versahen selbst weiter ihr Amt, so Sonne Helios, Mond Titanis (APOLLONIOS, Argonautika 4,54), auch Selene, Okeanos, Thetys u.a., als sei der Titanenkrieg insgesamt ein doch begrenztes Ereignis gewesen (vgl. KERENYI, 30f.).

Von den Kämpfen zwischen Olympiern und Titanen berichtete das Epos Titanomachie, in der Überlieferung entweder dem Eumelos von Korinth oder dem Arktinos von Milet zugeschrieben, das leider nicht erhalten ist, so daß vieles dunkel bleibt.

Die Titanen sollten nicht mit den Riesen Gigantes verwechselt werden, die später wie sie gegen die Olympier ankämpften.
Ist diese Unterscheidung noch recht nachvollziehbar, da diese gegen Zeus, jene gegen Kronos kämpften, wird die Zuordnung der Nachkommen der Titanen immer weniger eindeutig. Sie werden auch in die Genealogien von ihnen geschaffener Urmenschen einfügt, da einer von ihnen, Prometheus, die Menschen aus Lehm formte.
„Ueberhaupt ist alles sehr verwirrt, was von ihnen gesaget wird, wie sie auch hin und wieder mit den Giganten vermenget werden.” (HEDERICH, Sp. 2386)

 

Als weitere Tat der Titanen wurde berichtet, daß sie den jungen Dionysos packten und zerstückelten. Dieses Geschehen wurde von Onomakritos überliefert, einem orphischen Theologen des sechsten Jahrhunderts (nach KERENYI, 30). Ebendiese Riesen, die den Dionysos Zagreus zerrissen, sollen auch Giganten gewesen sein.

In Wörtern wie titanisch oder Titanic haben die Titanen Eingang in unsere Sprache gefunden.