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 Griechische Mythologie
 
 

Kronos

Dieser ist in der griechischen Götterwelt jüngster der Titanen. Seine Eltern sind Uranos, der älteste Himmelsgott, und die Erdmutter Gaia.
Kronos folgte seinem Vater in der Herrschaft, nachdem er ihn mit einer Sichel entmannt hatte. Bis er selbst von seinem eigenen Sohn Zeus abgelöst wurde, herrschte Kronos während des Goldenen Zeitalters.
Die Sichel wurde zum Attribut des Kronos, heilig ist ihm die Zypresse (BIEDERMANN, 507).

Kronos ist Bruder der Rheia (HESIOD, Theogonie, 135-137), später auch ihr Gatte und mit ihr Vater der Kroniden. Diese sind Hestia, Demeter, Hera, Pluto (Hades), Poseidon und Zeus, der ihn schließlich stürzte.

Nachdem Kronos seinen Vater Uranos entmannt hatte, wurde er zum Herrscher der Welt und das „Goldene Zeitalter” begann.
Zu jener Tat hatte ihn Gaia beredet, da Uranos ihre Kinder, die Kyklopen und die Hekantocheires, wegen ihrer Monströsität in ihren Leib zurückzwang, was der Mutter Schmerz und Leid brachte. Diese brachte darum das Metall Adamas hervor und fertigte daraus eine Sichel, mit der die Titanen den Uranos besiegen sollten. Allein Kronos wagte die Tat, und als sich nachts Uranos zur Paarung über Gaia breitete, trat Kronos hervor und schnitt mit der Sichel die Genitalien des Vaters ab und warf sie hinter sich ins Meer. (HESIOD, Theogonie, 154-183)

Seit dieser Tat sind Himmel und Erde getrennt. Ähnliche Motive finden sich auch in asiatischen Göttersagen.

Kronos trat nun die Herrschaft an. Um selbst dem Schicksal seines Vaters zu entgehen (was ihm prophezeit war), verschlang Kronos alle seine Kinder gleich nach ihrer Geburt.
Darum gab ihm seine Gattin Rhea statt des kleinen Poseidon ein Pferd zu schlucken und behauptete, sie habe ein Fohlen geboren (PAUSANIAS, Arkadien, 8.1-2), statt des Zeus gab sie ihm den in Ziegenfell gewickelten Stein Abadir zum Fraße. Den Ort dieses Geschehens zeigte man in der Antike in der böotischen Stadt Chaeronea (Böotien, 41,6).

Der herangewachsene Zeus verstieß seinen Vater mitsamt den anderen Titanen in den Tartaros. Die verschlungenen Kinder mußte Kronos wieder ausspeien, wofür ihm von der Metis ein Brechmittel gegeben wurde. Später aber versöhnte er sich mit Zeus und wurde Herrscher über Elysion. Nach anderer Darstellung wurde Kronos von Zeus in den Tartaros verbannt.

In älterer, vorgriechischer Zeit war Kronos ein Fruchtbarkeits- und Erntegott. Ihm zu Ehren wurde das Erntefest Kronia gefeiert.

„Die Leser der heiligen Bücher des Orpheus kannten eine Erzählung, wonach Phorkys, Kronos und Rhea die ältesten Kinder des Okeanos und der Thetys waren, die ihrerseits von der Erde und dem Himmel oder (...) von der unteren und oberen Hälfte des Ur-Eis abstammten.” (O. KERN, Orphicorum fragmenta, 16, z. n. KERÉNYI, 39)

Die Römer erkannten in Kronos ihren Saturn. (BELLINGER, 258)