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 Griechische Mythologie
 
 

Kekrops

(lat. Cecrops) Der sagenhafte Ahnherr der Athener, der selbst aus der Erde gewachsen sein soll.

Sein Name ist nicht griechisch, als seine Heimat wurde Ägypten angenommen. Von dort soll er nach Phönizien gekommen sind, wo ihn Araber bedrängten (eben jene, die auch in Ägypten einbrachen und dort jenen Herrscher stellten, den die Bibel als Unterdrücker Israel nennt, Exodus 1.8) und Kekrops vor ihnen über Zypern nach Attika in Griechenland auswich.
Unterwegs auf Zypern gründete er die später Salamis genannte Stadt Koronis. Zu Ehren seiner Tochter Aglauros führte er dort Festspiele mit jährlichem Menschenopfer ein.
In Attika erwarb er sich bei eingesessenen Pelasgern hervorragenden Ruf. Er führte die Verehrung des Zeus ein, indem er dem in Athen einen Altar errichtete, einen weiteren widmete er der Athene. Daneben führte Kekrops Sitte ein, wie Verstorbene zu begraben sind und machte mit ehelichen Sitten bekannt.

Attika war seinerzeit von Angriffen der Aonen aus Böotien und der kleinasiatischen Karer gepeinigt. Zu ihre besseren Schutz teilte Kekrops das Land in zwölf Gemeinden (Kekropia, Tetrapolis, Epakria, Dekeleia, Eleusis, Aphydna, Thorikus, Brauron, Kytheros, Sphettos, Kephissia (Kephissa) und Phaleros) ein. Kekropia war dabei nur die spätere Akropolis des späteren Athen, der die Göttin Athene selbst den Namen gegeben haben soll.

Fünfzig Jahre lang soll Kekrops dergestalt erster König von Athen gewesen sein. Man gab ihm den Beinamen „der von zweifacher Natur”, da er ein Mischwesen aus Mensch und Schlange gewesen soll. Damit steht Kekrops nicht allein — auch Kadmos, der Gründer von Theben, soll Schlangenfüße gehabt haben.

Gattin des Kekrops war Agraulos, die Tochter des Aktaion. Mit ihr wurde er Vater des Erysichthon, der Agraulos, Herse und Pandrosos. Sein Sohn Erysichthon starb früh, so daß Kranaos, ein vornehmer Athener, sein Nachfolger und zweiter König von Athen wurde.

Kekrops soll nach seinem Tod an den Himmel versetzt worden sein. Dort sei er als Sternbild Wassermann zu sehen — zu seiner Zeit war der Wein noch nicht bekannt, weshalb man zum Opfer statt des Weines Wasser benutzte. Sein Grab soll sich aber auch im Erechtheion zu Athen befinden.

Mit Kekrops beginnt die in Smyrna gefundene Marmorinschrift Marmor Parium, eine Chronologie, die bis zum Archonten Diognetos (264 v.) reicht.

Quelle: Die Darstellung folgt dem Gründlichen mythologischen Lexikon von B. HEDERICH, bes. Spn. 649-651).