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 Griechische Mythologie / Welträtsel
 
 

Atlantis

Ein verbreiteter Mythos weiß von einer versunkenen Hochkultur, die vorzeiten alle Menschheit überragt habe und deren Kultur bis heute unerreicht sei. Eine gewaltige Naturkatastrophe ließ demnach das mächtige Königreich Atlantis, welches bis dahin über weite Gebiete der Welt herrschte, im Meer versinken.
Der Mythos von einer versunkenen Hochkultur regt wie kaum ein anderer die Phantasie an, sei es, weil den Atlantern ein hoher technischer und kultureller Stand zugesprochen wird, sei es, weil man Schätze zu finden hofft oder man seine eigene Abstammung bei den Atlantern oder schlicht die Geschichte sucht.

Gewährsmann des Atlantis-Mythos ist der griechische Philosoph Platon, der von einer sehr großen Insel jenseits der Säulen des Herakles (bzw. Säulen des Herkules) berichtet, wo (seinerzeit) vor 9.000 Jahren das Reich der Atlanter gewesen sei (siehe gesonderten Artikel).
Dabei bleibt ungewiß, ob Platon eine Utopie entwarf, um einen idealen Staat darzustellen oder ob es sich bei seinen detailreichen Ausführungen der Insel und ihrer Basileia, der Königsstadt der Atlanter, um eine historische und geographische Angabe handelt. Dabei streiten sich die Geister, was genau Platon mit den Säulen des Herakles meinte, was nicht unbedingt die heutige Straße von Gibraltar sein muß, oder wie die Zeitangabe zu verstehen sei.

Erster König von Atlantis soll Atlas gewesen sein, ein Sohn des Gottes Poseidon und der Kleito.

Nachfolgend einige der häufig vertretenen Thesen zur Lage von Atlantis:

 

Mittelmeer

Atlantis wurde an mehreren Stellen vermutet, der Untergang unterschiedlich erklärt. Möglicherweise meint Atlantis die Insel der Phäaken, auf die es Odysseus verschlagen hatte oder die reiche Handelsstadt Tartessos am westlichen Ausgang des Mittelmeers (A. SCHULTEN).

Man kam auch zur Anssicht, Atlantis sei eine Inselkultur im östlichen Mittelmeer gewesen. Ein Vulkanausbruch sprengte um 1220 v. die Insel Thera-Santorin und zerstörte dabei die Kultur Kretas, welche demnach Atlanter gewesen seien.

Auch in Nordafrika soll Atlantis gelegen haben. Das Atlas-Gebirge (Marokko) deutet namentlich darauf hin. Auch fanden sich Felszeichnungen, die auf eine einstmals sehr nasse Sahara schließen lassen. Für Tunesien plädierte der Forscher Albert Hermann.

Im Herbst 2004 wurden Berichte veröffentlicht, wonach der US-Amerikaner Robert Sarmast Atlantis vor der Küste Zyperns geortet habe. Diesen Schluß hätten mauerartige Strukturen am Meeresboden nahegelegt, welche exakt den Beschreibungen Platons entsprochen hätten, nunmehr in eine Tiefe von elfhundert Metern unter dem Meeresspiegel versunken sind. Der Geologe Christian Hübscher vom Institut für Geophysik der Uni Hamburg stellte zu dieser Entdeckung jedoch fest, es handele sich bloß um einen Schlammvulkan.

 

Atlantik

Der deutsche Physiker Rainer W. Kühne vermutet Atlantis nordwestlich von Cadiz nordwestlich von Gibraltar an der atlantischen Südküste der iberischen Halbinsel. Dort hätten Satellitenbilder Hinweise auf konzentrische Kreise und rechteckige Strukturen ergeben, wie sie von Platon berichtet werden. Bei den rechteckigen Strukturen könnte es sich um den Silbertempel des Poseidon und den Goldenen Tempel der Kleito handeln. Das Ganze sei keine Insel gewesen, sondern eine Siedlung an der Küste, die zwischen dem 9, und 6. Jh. v. eine gewaltige Flutwelle zerstörte. Ausgrabungen am Ort der 2004 in der Zeitschrift „Antiquity” publizierten Entdeckungen stehen noch aus.

Auch mitten im Atlantik soll ein großer Kontinent bestanden haben, dessen Bewohner die europäischen, afrikanischen und amerikanischen Völker rundum beeinflußt und beherrscht hätten, ehe durch eine gewaltige Katastrophe (Meteoriteneinschlag) das Land im Meer versank und davon nurmehr die Azoren übrig seien. In diesen Zusammenhang gehören auch die Merkwürdigkeiten im Bermuda-Dreieck.

Als Indiz für diese Theorien werden — neben Anderem — Übereinstimmungen zwischen Kulturen alter und neuer Welt genannt, am auffallendsten die Pyramidenbauten, die sich in Ägypten wie in Mittelamerika finden. Auch gibt es Ähnlichkeiten in den mythischen Überlieferungen.

Ursache des Untergangs sei ein Meteoriteneinschlag gewesen, der Atlantis vernichtete und außer den Atlantern auch den Aalen ihre Heimat nahm. Die nachfolgende Flut sei einerlei der literarisch wie geologisch nachweisbaren Sintflut. Belegen für diese Thesen widmete sich beispielsweise Otto Muck (Alles über Atlantis, 1976).

Nach Leo Frobenius war Atlantis ein Reich vor der Küste des heutigen Nigeria, auch nahe Lanzarote (kanarische Inseln) soll Atlantis gelegen haben.

Auch im karibischen Bermuda-Dreieck (C. BERLITZ (1978)) wird Atlantis vermutet, vor Bimini, einer Insel der Bahamas, sollen unterseeische Steinformationen der Rest der vergangenen Kultur sein. Das us-amerikanische Medium Edgar Cayce (gest. 1945) soll in Trance hunderte von Aussagen über eine von ihm Poseidia genannte Hochkultur gemacht haben, deren Wissensstand der heutigen Technik weit überlegen war und als Atlantis zu interpretieren sei. Darüber hinaus fand man unter Wasser viele Gesteinsformationen, die — so Berlitz — nur menschlichen Ursprungs sein könnten.

Älter ist die Annahme des Englischen Philosophen Francis Bacon, der den gesamten Kontinent Amerika als Atlantis identifizierte.

 

Süd- und Mittelamerika

Vorgeschlagen wurden als Lageort von Atlantis auch Mexiko, Yukatan, Venezuela und Brasilien.

 

Helgoland

Auch die Insel Helgoland soll einst Heimat der Atlanter gewesen sein. Dieser Theorie JÜRGEN SPANUTHs zufolge seien die Atlanter eine bronzezeitliche Kultur gewesen, die im 2. Jt. v. etwa den heutigen Ostseeraum besiedelte und aufgrund einer Naturkatastrophe nach Süden abgewandert sei, was einer historisch nachgewiesenen Völkerwanderung entspreche. Diese Nordvölker seien identisch mit manchen sagenhaften Völkern wie den Hyperboreern, das Herrschergeschlecht seien die Asen der nordischen Edda gewesen, die auch den Untergang dieser Götter beschreibt (bes. Voluspa, Wafthrudnirlied und Grimnirlied).

Die Asen lebten in ihrer Götterburg Asgard, die nach SPANUTH gleich der atlantischen Königsinsel Basileia sei. Diese soll irgendwo zwischen der heutigen Insel Helgoland und der Halbinsel Eiderstedt gelegen haben. Von hier aus regierten die Asen ihr Reich, dessen Ausdehnung und Kultur die noch heute erhaltenen Megalithbauten dokumentieren sollen.

SPANUTH führt auch einige Güter an, deren Export die Atlanter ihren sagenhaften Reichtum verdankten. Zum einen war es das Kupfer, das im Bundsandstein Helgolands einigermaßen reichlich vorgekommen sei, zum anderen der sonst besonders im Baltikum häufige Bernstein, der in der mediterranen Antike ein begehrtes Importgut aus dem hohen Norden war.

Auch diese These geht davon aus, daß ein Himmelskörper sich der Erde genähert habe. Zunächst hätte dessen Einwirkung zu einer Klimaveränderung geführt, in Folge derer die Nordvölker sich gen Süden wandten. Der Komet sei zerbröckelt und zur Erde gestürzt, wobei ins Meer fallende Brocken zu ungeheuren Flutwellen geführt haben müssen, durch die fast alle Küstenbewohner ertränkt worden sein dürften, wie es in den Sintflutgeschichten nachzulesen ist. Die nachfolgende Völkerwanderung war dann weniger Kriegszug als Flucht der Überlebenden in weitgehend entvölkerte Gebiete. (Die Atlanter, 1998)

 

Antarktis

Nach Riemer und Nestke ist Atlantis der heute eisbedeckte Kontinent Antarktis (Atlantis - ein Kontinent tau(ch)t auf, 1989). Tatsächlich soll die Antarktis einst eisfrei und bewohnbar gewesen sein, Platons Schilderung vom gerinnenden Meer beschreibe treffend den Prozess der Vereisung. Ein bedeutsames Indiz für diese These sei die berühmte Weltkarte des Piri Reis, welche eine eisfreie Antarktis abbilde.

 

Es werden noch weitere Orte angenommen, beispielsweise soll Atlantis im Pazifik gelegen haben, in Südafrika, Spitzbergen, Irland, Schweden, Deutschland, Armenien, Ceylon und anderswo.