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| Griechische Mythologie | |
In der griechischen Götterwelt ist sie eine Göttin des Krieges und Personifikation der Weisheit, die Römer nannten sie Minerva.
Ihr Attribut ist die Aigis, ein Brustschild aus Ziegenfell, an dem der Kopf der Medusa hängt und das mit den Orakelschlangen verziert ist. Ihr heiliges Tier ist die Eule.
Geboren wurde Athene als Tochter des Zeus und der Metis.
Zeus verschlang die schwangere Metis, weil ihm von der Gaia und dem Uranos prophezeit wurde, deren Tochter werde die mutige und kluge, helläugige Tritogenia werden, deren Sohn aber ein König über Menschen und Götter. (HESIOD, Theogonie, 886ff.) Zeus soll das Kind dann aus seinem Haupt geboren haben, die helläugige Athene, die schreckliche, Kämpfe erregende Heerführerin und unbesiegliche Herrin, der Kampflärm gefällt und Kriege und Schlachten. (ebd., 924ff.)
Es heißt aber auch, Zeus habe nach Verschlingen der Metis unter rasendem Kopfschmerz gelitten, der erst nachließ, als Hephaistos (oder Prometheus, beides paßt nicht zu Hesiods Darstellung) ihn mit einer Doppelaxt auf das Haupt schlug. Ob dieser Medizin entsprang Athene der Stirn des Zeus, dabei einen Schlachtruf ausstoßend und goldene Waffen schwingend.
Man kann annehmen, daß der anschließende Groll der Hera, die wütend und ohne Liebesgemeinschaft den Hephaistos gebar (Theogonie, 927), eine Antwort auf die Untreue des Zeus war und dessen Anmaßung, als Mann zu gebären.
Hephaistos wollte sich die Athene zur Frau nehmen. Sie entzog sich dem brünstigen Schmiedegott und dessen Samen tropfte auf die Erde, der Erichthonios entsprang (aus eris Streit und chton Erde). Athene zog ihn auf und er wurde in Athen König.
Bei anderer Gelegenheit half sie dem Hephaistos, die Frau zu schmücken, welche Hephaistos auf Geheiß des Zeus aus Erde gefertigt hatte, um die Menschheit zu verderben, was eine Strafe für das Feuerholen des Prometheus war. Sie gab dem Wesen einen Gürtel und ein schimmerndes Kleid, einen kunstvollen Schleier sowie liebliche Kränze von frischen Wiesenblumen zum Schmuck des Hauptes. (HESIOD, Theogonie, 133-135)
Athene war die Stadtgöttin Athens, wo man an ihrem Geburtstag, dem 28. Hekatombaion, die Panathenäen feierte, auch viele andere Städte weihten ihre Akropolis (Burg, Zitadelle) der Athene, so Argos, Epidaurus oder Troja.
Sie ist Schutzgöttin der Heroen. Herakles übergab ihr die Äpfel der Hesperides, Perseus das Haupt der Medusa.
Die Beinamen und Attribute der Athene deuten auf die ihrer Gestalt zugrunde liegenden Vorstellungen. Pallas meint einen starken Jüngling oder ein Mädchen, Parthenos betrachtet sie als Jungfrau, Meter als Mutter. Glaukopis meint eulenäugig, Gorgopsis Medusenantlitz, Pronoia Vorraussicht. Ergane weist sie als Hüterin des Handwerks aus.
Auch die Zypresse ist Symbol der Athene (BIEDERMANN, 507).
Heilig ist der Athene die Eule — ihre Mutter Metis (der Name bedeutet Guter Rat) gebar vor ihr bereits das eulenaugige Mädchen Tritogenaia (siehe unten, Beinamen).
Eine andere Statue der Athene, die sie als Alcomeneis darstellte, soll eines Tages ohne äußere Ursache Feuer gefangen haben.
Athene war eine ursprünglich vorgriechische Gottheit, vielleicht orientalischer Herkunft. Sie wurde später mit der italischen Minerva (etruskisch Menrva) gleichgesetzt.
Aëria
ist ein Beiname sowohl der Athene wie der Hera als Göttin und Herscherin der Lüfte.
Alkimache
bedeutet die Starke und ich streite und deutet ganz auf die Athene als Kriegsgöttin.
Aracynthias
(oder Aracynthis) hieß Athene nach ihrer Verehrung auf dem Berg Aracynthos in Böotien.
Endarthyia
Unter diesem Namen verehrte man sie in Megara, wohin sie in einen Taucher (ein Vogel) verwandelt den Cekrops getragen haben soll.
Hellotia
Itonia
hieß Athene als Nationalgöttin Böotiens. Einer ihrer Tempel mit einer Bronzestatue der Göttin stand bei Koroneia. Den hatte Itonos erbaut, ein Sohn des Amphiktyon und Geber dieses Beinamens (PAUSANIAS,Boeotien 34,1).
Ein anderer Tempel der Athena Itonia stand zwischen Pheräe und Larissa. In ihm hatte einst Pyrrhos die Schilde der nach Griechenland vorgedrungenen und von ihm besiegten Kelten aufgehängt (PAUSANIAS, Attica, 13, zit. n. HEDERICH,Gründl. mythol. Lex.,, Sp. 1390).
Mysia
hieß sie in ihrem Tempel in Lakonien.
Narcaea
war ihr Beiname nach einem von Narcäus in Elis errichteten Tempel. Der war ein Sohn des Dionysos und der Physkoa und hatte ihr in zahlreichen Kriegen erworbenen Reichtum gewidmet.
Oleria
hieß Athene in Oleros auf Kreta.
Pallas
Pallenis
Dieses war ihr hauptsächlicher Beiname in Attika.
Tritogenia, Tritonoia, Tritonis
Zosteria
In Theben standen zwei mamorne Bildsäulen der Athene Zosteria. Der Name bedeutet sich gürten und erinnert daran, daß sich hier einst Amphitryon die Waffen anlegte (sich gürtete), ehe er gegen die Euboeer und Chalkodon in den Krieg zog. Die Bildsäule sollen Weihegeschenke des Helden gewesen sein (PAUSANIAS,Boeotien 17,3).
| Quellen & Literaturhinweise |
| Die obige Darstellung folgt - soweit nicht gesonder zitiert - im Wesentlichen: Hederich, Benjamin Gründliches Mythologisches Lexikon Reprographischer Nachdruck der Ausgabe Leipzig, Gleditsch 1770 der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen. 1996, Wissensch. BG., Darmstadt |