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 Griechische Mythologie
 
 

Aphrodite

(gr. aphros „Schaum”) Die griechische Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit, eine der zwölf Olympioi.
Ihr Attribut ist die Taube, Schwäne zogen ihren Wagen, heilig ist ihr die Linde, unter der Aphrodite gern geopfert wurde und besonders die Insel Zypern.

Auch die Zypresse ist Symbol der Aphrodite (BIEDERMANN, 507).
Die Römer kannten die Aphrodite als Venus.

Aphrodite entstammte nach HESIOD jenem Meeresschaum, der sich um das im Meer treibende abgeschnittene Geschlechtsteil des Uranos bildete. Kronos hatte es auf Bitten seiner Mutter Gaia mit einer Sichel abgetrennt und hinter sich ins Meer geworfen, wo es lange Zeit umhertrieb. In dem weißen Schaum, der sich um das Glied bildete, wuchs ein Mädchen heran. Das Gebilde trieb erst nach Kythera hin, dann nach Kypros (Zypern), wo die junge Göttin an Land stieg und frisches Grün unter ihren Füßen sprießte. (Theogonie, 188-206)

In ihrem Geleit waren der Eros und der schöne Himeros und Aphrodite, die nach ihrer Geburt auch die schaumgeborene Göttin, Kythereia oder Kyprosgeborene genannt wird, herrscht seither „über trautes Mädchengeplauder und Lächeln und Trug, süße Lust, Umarmung und Kosen.” (ebd, 195-206)

Nach anderen soll Aphrodite auf einer Muschel nach Zypern gereist sein.

Aphrodite ist die Gattin des Hephaistos, dem sie tüchtig Hörner aufsetzt. Einer ihrer Geliebten ist Ares, mit dem sie Mutter des Eros ist. Ein weiterer ist Hermes, mit dem sie den Hermaphroditos bekam.
Aus einer Verbindung mit Anchises ging der Sagenheld Aineias hervor.(HESIOD, Theogonie, 1008f.)
Unerfüllt blieb Aphrodites Liebe zu Adonis.

Im Schönheitswettbewerb mit Athene und Hera erhielt sie von Paris den goldenen Apfel zugesprochen. Der bekam dafür die schöne Helena und der Krieg um Troja begann.

Aphrodite besaß einen Gürtel, der Sehnsucht verlieh und den sie einmal der Hera lieh, damit die damit ihren Gatten Zeus reizen konnte (HOMER, Ilias, 14.214ff.). Wie Aphrodite und Hera diesen Gürtel wechselweise trugen, so schrieb man im Norden den ähnlichen Halsschmuck Brisingamen mal der Freyja, mal der Frigg zu (GRIMM, Deutsche Mythologie, I., 255).

Zeichen der Venus
Zeichen der Venus
 
Der Kult der Aphrodite war fast in der gesamten griechischen Welt verbreitet, zahllosen Kunstwerken ist sie Motiv.

Der vierte Tag des Monats war dem Hermes und der Aphrodite heilig und galt als besonders günstiger Tag für die Liebe (DÖBLER, 74).

Auf Zypern wurde Aphrodite selbst mit Bart dargestellt, ohne den Umweg über ihr zwittriges Kind Hermaphroditos. Das wird als Hinweis auf eine ältere Mutterreligion gedeutet. Auf dieser Insel soll sie den Granatapfel, Symbol der Fruchtbarkeit, gepflanzt haben.

Aphrodite hat zahlreiche Beinamen. In Byblos, der phönizischen Stadt in Palästina, wurde sie als Byblia verehrt und hatte dort einen berühmten Tempel. Hierher rührt das Wort Bibel für die heilige Schrift der Christenheit.

Als Mutter des Aeneas ist Aphrodite Urmutter der Römer, die sie unter dem Namen Venus verehrten, weiteres dort.

Der alte Kult der Aphrodite wird in Beziehung zum Kult der noch älteren semitischen Göttin Astarte gesehen.

HERODOT berichtet vom Aphrodite-Tempel in Babylon, dort müsse jede Frau einmal im Leben Platz nehmen und warten, bis ein Fremder vorbeikam, ihr ein Geldstück zuwarf und sie damit zum Beischlaf aufforderte. Was hier von HERODOT berichtet wird, dürfte auf Liebesopfer zu Ehren der sumerischen Inanna (babyl. Ishtar) zurückgehen (UHLIG, 181).

 

Siehe auch

> Beinamen der Aphrodite

 

Quelle:
Soweit nicht gesondert angegeben folgt die Sammlung HEDERICHs Gründl. mythol. Lexikon.