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 Germanische Mythologie
 
 

Wuotan

(ahdt., auch Wodan, Vodan, Vodams, Guodan, Gudan, Voden, nord. Odin) Der höchste der von den Germanen verehrte Götter.

Wuotan ist die allesdurchdringende, schaffende und bildende Kraft. Er gibt allem einschließlich des Menschen Gestalt und Schönheit. Er lenkt im Krieg und führt zum Sieg, ist Spender der Dichtkunst. An seine Rolle als Fruchtbarkeitsspender erinnert das niederbairische Wort wueteln für „sich regen und bewegen, wimmeln, üppig wachsen und gedeihen”.
In wütend und Wüterich steckt das von Wuotan und seiner Gemahlin (Holda, Mare) angeführte Heer der Wilden Jagd.
Nach J. GRIMM wurde durch die Christianisierung der Gott Wodan als Anführer des wilden Heeres zum Teufel entstellt. „der teufel heißt darum hellejäger”. (Dt. Myth., 840f.)

Aus seiner himmlischen Wohnung schaut Wodan zur Erde nieder.

Im grauen Mann, einer Gestalt mancher Sage, ist nach Ansicht des Volkstumssammlers Adalbert KUHNs Wuotan zu erkennen. Er steht für die Hochzeit, während seine Gemahlin als weiße Frau den Tod ankündigt. Unter Schutz dieser beiden Götter fügt und vollendet sich die Ehe (Nordeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche, A. Nr. 366, S. 507)

Dem Wuotan ist der Mittwoch, der Wuotanstag, gewidmet. Bei den Germanen des Nordens heißt dieser Gott Odin.

Der Römer Tacitus setzt ihn mit dem Mercurius gleich (TACITUS, Germania 9.1). So hielt es auch der Bischof Robert Wace (1220 bis 1275) der schrieb „Wotan, der in anderen Sprachen Merkur genannt wird” (n. GEBELEIN, 260). Darum mag Wotan auch als Begründer der Alchemie gelten (ebd.)

Im Brauchtum zum Michaelistag und zum Martinstag soll sich vieles aus dem Kult um Wuotan erhalten haben. (KUHN u. SCHWARTZ, SA. 310)