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   Christentum
 

Taufe

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Anders als noch Papst Pelagius meinte Nikolaus I. (858-867), zu einer gültigen Taufe müsse nicht die Dreifaltigkeit angerufen werden, sondern es genüge die Anrufung Jesu Christi. (DE ROSA, 261)

Anders als Cyprianus von Karthago und einige kleinasiatische Bischöfe war der Bischof von Rom, der Heilige Stephan I., der Ansicht, auch Ketzertaufen seien gültig. Bei diesem als Ketzertaufstreit bekannten Konflikt ging es um die Frage, ob eine durch einen wegen Ketzerei Verurteilten etreilte Taufe gültig sei oder wiederholt werden müsse. Stephan setzte sich durch und verbot 256 die Wiederholung der Taufe.

 

Brauchtum und Aberglaube rund um das Tauffest

„läßt man ein neugeborn kind lange ungetauft liegen, bekommt es schöne große augen.” (Chemnitzer Rockenphilosophie, GRIMM, A. 375)

Wenn das Kind zur Taufe getragen wird soll die Mutter unterdessen zehnerlei Arbeiten verrichten. Dann werde das Kind recht fleißig und lerne viel, riet man in Stendal. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 269)

Am Tag der Taufe sollen alle Gevattern (Taufpaten) frische Hemden tragen. Dann könne keine Hexe das Kind bezaubern. (aus Gernsbach im Speierschen, GRIMM, A. 562)

„der vater gebe dem kind gleich nach der taufe ein schwert in die hand, so wird es kühn und beherzt.” (Chemnitzer Rockenphilosophie, GRIMM, A. 131)

„eine schwangere, die gevatter wird, soll das kind nicht selbst aus der taufe heben, sonst stirbt ein kind, das getaufte oder ihr eigenes.” (Chemnitzer Rockenphilosophie, GRIMM, A. 176)

Wenn man bei der Taufe ein Stück Brot weihen läßt, wird es den Eltern des Kindes nie an Brot fehlen. (Chemnitzer Rockenphilosophie, GRIMM, A. 222)