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   Sternenkunde - Lichter
 

Venus Saturn

Der Saturn
Der Saturn
 
Der Saturn ist nach dem Jupiter der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems und der äußerste der im Altertum bekannten Planeten (jedenfalls nach den gängigen Darstellungen).
In 10 Stunden und 14 Minuten rotiert er einmal um sich selbst, für einen Umlauf um die Sonne benötigt er 29,458 Erdenjahre. Mindestens 18 Monde zählt der Saturn, der größte von ihnen heißt Titan; es werden immer wieder weitere Monde entdeckt.
 

Die Ringe des Saturn
Um den Saturn kreisen zahllose Klumpen aus Eis oder Gestein, vom feinstem Staubkorn bis zum Riesen.
Sie gruppieren sich zu mehr als 1000 teils weit voneinander entfernten Ringen, das gesamte Ringsystem reicht bald eine halbe Million Kilometer in den Raum.
Dabei sind die Ringe sehr dünn — wenn alle 14,7 Jahre der Saturn gegenüber der Erde so geneigt ist, daß die Kante genau zur Erde zeigt, sind die höchstens 20 Meter dicken Ringe für das nur leicht bewaffnete Auge unsichtbar.

 
Beeindruckend ist das Ringsystem des Saturn, das hunderttausende Kilometer im Durchmesser mißt, dabei aber nur wenige Meter dick ist.

Den Namen hat der Saturn nach dem römischen Saatgott Saturn, griech. Kronos. Bei den Griechen hieß der Planet Heliu aster, „Stern der Sonne”, was auf den solaren Aspekt des Kronos hinweise (Kerenyi, S. 56).

Im persischen Mithraskult herrschte der Saturn über einen der sieben Himmel, der durch ein Tor aus Blei verschlossen ist.

Der Saturn steht in der Astrologie für Durchhaltevermögen, Prüfung, Struktur und Begrenzung. Er beherrscht das konkrete Handeln. Weisheit, Geduld und Zähigkeit sind ihm zugeordnet. Der Saturn wirkt festigend oder verzögernd über mehrere Wochen, er ist männlich, von kalter Natur und wenig trocken.

Er ist Leitstern des Steinbock und des Wassermann sowie des 10. bzw. 11. Hauses, erhöht ist er im Zeichen Waage, erniedrigt im Widder (BIEDERMANN, 386f.).

Der Saturn soll schädliche, anhaltende Wirkung haben. Er gilt als Krankheiten verursachend, soll von kalter Natur sein, weshalb von ihm regierte Jahre kalt und feucht seien, besonders werden ihm langwierige Krankheit, dauernde Melancholie und Grübelei zugeschrieben, aber auch Ordnung, Maß und Gewicht sowie, besonders in jüngeren Deutungen, Askese, Rationalität und Einsicht. (ebd.)

Er galt den alten Römern als negative Seite der Sonne. In der dunkelsten Jahreszeit feierten sie zu seinen Ehren die Saturnalien, denn im Winter soll der Saturn versöhnlich gestimmt sein und eine Wiedergeburt der Sonne ermöglichen - erkennbar an den nach der Wintersonnenwende wieder länger werdenden Tagen und der bald zunehmenden Kraft der Sonne.

In der Alchemie heißt es vom Saturn, er regiere bei der Herstellung eines Steins der Weisen den Prozeß Verwesung und des Absterbens unedler Materie, die in dieser Phase (Nigredo) schwarz wird.

Als Entsprechungen des Saturn gelten die Edelsteine Türkis und Lapislazuli, die Knochen des Körpers, die blaugraue Farbe sowie der Samstag (Sonnabend, engl. Saturday). (BIEDERMANN, 386f.)
Seine Entsprechung im Tarot ist die letzte Karte in der Reihe der Trümpfe, „Das Universum” (AKRON u. BANZHAF, 121).

In okkultististischem Gebrauch soll Myrrhe ein mächtiges Requisit sein das, wie andere stark duftende Substanzen, dem Saturn zugeordnet sei. Daher habe Aleister Crowley sie in seinem „Weihrauch des Abramelin” zwecks Beschwörung der Dämonen verwendet. (PICKERING, 216)

 

Einer der Saturn-Monde ist Enceladus, benannt nach jenem Giganten der griechischen Mythologie, der unter dem Vulkan Ätna das Feuer schüren soll, seit Zeus den Berg auf ihn schleuderte.

 

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