| Sternenkunde | ||
Ein Horoskop berechnet man aus der Stellung der Himmelskörper in den Sternbildern. Dabei finden auch und besonders die Positionen der Gestirne zueinander Berücksichtigung.
Der Begriff Planeten, der sehr häufig verwendet wird, ruft bei astronomisch geschulten Menschen gern verständnisloses Kopfschütteln oder Gelächter hervor, sind Sonne, Mond und Chiron doch im astronomisch-wissenschaftlichen Sinne keineswegs Planeten. Der Begriff Lichter ist insoweit treffender, üblich ist auch die Bezeichnung Wandelsterne für alle beweglichen, nicht selbstleuchtenden Himmelskörper.
Nicht selbstleuchtend meint, daß das Gestirn von einer Leuchtquelle, einer Sonne, erhellt wird und das reflektierte Licht zum Beobachter abstrahlt.
Astrologisch relevante klassische Planeten, wie sie schon den alten Babyloniern bekannt waren, sind Sonne und Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn.
In jüngerer Zeit kamen die später entdeckten Planeten Uranus, Neptun und Pluto sowie der Planetoid Chiron hinzu.
Es soll noch weitere Planeten geben bzw. gegeben haben. Seiner Entdeckung harrt noch der hypothetisch angenommene Transpluto jenseits des Pluto, der Sonne näher ist ein weiterer angenommener Planet, der Phaeton, der zwischen Mars und Jupiter gewohnt haben soll, ehe er zum Asteroidengürtel zerplatzte. Seine Trümmer sollen zu mythischen Ereignissen wie dem Untergang von Atlantis oder der Sintflut geführt haben, mancher sieht auch im Mond ein Kind dieses vergangenen Planeten.
Eine besondere Umlaufbahn soll der Planet Nibiru besitzen, der sich alle 3.600 Jahre der Erde nähere und von dem die Annunaki stammen sollen, die nach einer These ZECHARIA SITCHINs (Der Zwölfte Planet) den Sumerern als Götter galten und Kulturbringer waren (hier n. Versunkene Reiche, 1992, S. 208f. u. ö.).
Weniger für die Horoskopie als für die Gestirnsdeutung zu landwirtschaftlichen und anderen Zwecken bedeutsam sind eine Reihe von Sternbildern, Sternhaufen und einzelner Fixsterne, besonders zu nennen sind das Siebengestern Plejades oder der Hundsstern Sirius.
Für die Lichter stehen traditionell bestimmte Symbole und lateinische Namen, jedes Gestirn entspricht einer babylonischen Gottheit. Außerdem werden ihnen bestimmte Eigenschaften zugemessen. Hier ein Überblick:
| Symbol | Name dt./lat. | bab. Gott | Eigenschaft | Farbe |
| Sonne Sol |
Schamasch | warm und trocken | ||
| Mond Luna |
Sin | je nach Phase mehr oder weniger kalt und feucht | milchig weiß, silbrig* | |
| Merkur Mercurius |
Nabu | unbestimmt | variabel | |
| Venus | Ischtar | warm und feucht | hellblau* | |
| Mars | Nergal | heiß und trocken | hellrot* | |
| Jupiter Iupiter |
Marduk | heiß und feucht | goldbraun* | |
| Saturn Saturnius |
Ninib | kalt und feucht | schwarz o. klar* | |
| * nach G. Braunger, in: Chocron, Heilen mit Edelsteinen, 1987, S. 133) | ||||
Als man später weitere Planeten entdeckte, wies man in dieser Tradition auch ihnen Symbole zu:
| Uranus | Neptun | Pluto | Chiron |
siehe auch: Die Lichter in den Zeichen des Tierkreises und Entsprechungen der Lichter
Der später als Häretiker verurteilte Kirchenschriftsteller Origenes hielt die Sterne für intelligente Geister, die die Zukunft erkennen können und ihr Wissen durch die beobachteten Bewegungen mitteilen (WALKER, S. 74).