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  Zauberei
 
 

Amulett

(das Amulett, lat. ?) Sammelbegriff für kleine Gegenstände, die am Körper getragen werden um ihren Besitzer vor schädlichem Zauber zu bewahren. Es können kunstfertig ausgeführte Schmuckstücke sein, unbehandelte Naturmaterialien, Knochen, Münzen oder beschriftetes Papier.

Das Amulett soll vor dem Bösen Blick schützen (z. B. eines aus Muscheln, WEHR, 167). Als Analogiezauber überträgt es seine Kräfte auf seinen Träger. So verleihen etwa Halsketten aus Raubtierzähnen dem Jäger das Geschick dieser Tiere.

Schifahrer-Amulett mit dem Ullr, Salzburg 1959
Schifahrer-Amulett mit dem Ullr, Salzburg 1959
„In den Bergen bin ich dein Schutz” - Amulett mit dem nordischen Gott Ullr, der als hervorragender Schifahrer gilt. Radstadter Tauern, Salzburg, 1959
Gern werden Schmuck- und Edelsteine als Amulett getragen. Der Achat z.B. soll die Gesundheit erhalten.
Hochwirksam, aber schwer erhältlich, sind Reliquien von Heiligen. Als schauerliche Alternative bot sich an, nachts Richtstätten oder Friedhöfe aufzusuchen, um von Gehenkten oder aus Gräbern die gewünschte Zutat zu gewinnen. Beliebt sind auch durchlöchtere, als Hühnergott bezeichnete Steine.

Ähnlich dem Amulett ist der Talisman, die Begriffe werden nicht immer scharf getrennt. Während das Amulett am Körper getragen wird und vornehmlich als Abwehrzauber dient, kann der Talisman größer sein. er wehrt nicht einfach schädlichen Einfluss ab, sondern läßt selbst Zauber wirken.

Beispiel: Bilder des St. Christopherus oder Hufeisen in Kraftfahrzeugen, Abraxas-Gemme der Gnostiker.

Papst Bonifatius VIII. (1294 bis 1303) ließ sich seine Nierenkolik vom Arzt Arnold von Villanova behandeln. Der soll dem kranken Papst mit einem goldenen Amulett geholfen haben, in das das Zeichen Löwe eingraviert war. (DIEPGEN, Geschichte der Medizin, Bd. I. Berlin, 1949, S. 221, n. HABIGER-TUCZAY, 215)

siehe auch Talisman