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 Edelsteine
 
 

Turmalin

Eine häufige und verbreitete Mineralgruppe, die zu den Silikaten gehört und zur Gesteinsbildung (Granit, Diorit u. a.) beiträgt. Die Härte ist 7 bis 7,5.
Heißes Magma sinkt ins Erdinnere ab, wobei sich Kiesel- und Borsäuren mit Eisen anreichern und eine schwarze Färbung annehmen. Steigt diese Schörl genannte Substanz wieder auf, verliert sich das Eisen. Bei hohem Magnesiumgehalt entstehen braune Formen des Turmalin (Dravit, Uvit). Wo Metalle wie Lithium oder Chrom hinzukommen, entstehen die vielen bunten Varietäten des Turmalin, je näher zur Oberfläche, desto mehr Wasser, Bor- und Kieselsäure gehen in die Lösung ein, klare und bunte Edelsteine entstehen.

Der Name des Steines ist singhalesisch, turamali bedeutet „aschenziehend” und weist auf die elektrostatische Eigenschaft des Turmalin, erwärmt oder gerieben zieht er kleine Papierschnitzel, Staub oder eben Asche an. Außer im Juwelierwesen findet er auch in der Elektrotechnik Verwendung.

Minerale der Turmalinreihe sind Elbait in den Farbvarietäten Achroit (farblos, manchmal grünes oder schwarzes Ende), Rubellit (rosig bis rosarot), Indigolith (blau, blaugrün) und Verdelith (grün bis dunkelgrün), weiter Dravit, Skoryl, Buergerit, Tsilaisit, Uvit und Liddicoatit (DUDA, REJL, SLIVKA 1992, 444).

Die Farbenpracht der Turmaline ist mannigfaltig. Grün (Verdelith), blau (Indigolith), schwarz, rot (Rubellit), braun, oliv, rosa, alles ist dabei.
Häufig wechselt die Farbe des Steins von einem zum anderen Ende. Solcherart von blaßrosa in schwarz übergehende Stücke, wie sie auf der Insel Elba gefunden werden, bezeichnet man als „Mohrenköpfe”, „Türkenköpfe” sind solche, deren grün über einen helleren Bereich in zartrot übergeht, „Wassermelonenturmalin” heißen solche, die unter einer grünen Rinde einen roten Kern bergen. Diese Vielfalt wird durch Spurenmetalle hervorgerufen, die im Turmalin enthalten sind (Edelsteine in der Medizin, 47f.).

Dem Turmalin zugesprochene Eigenschaften sind die Erhaltung von Kraft und Gesundheit, Keuschheit. Er soll Freundschaften vermitteln, Geist und Künste beflügeln, auch die Intuition und insgesamt seinen Träger „vor Gott und den Menschen beliebt” machen (Edelsteine in der Medizin, 48).
Der rote Rubellit soll vornehmlich die Durchblutung fördern. Überdies soll der Turmalin allgemein unübertroffene Hilfe für das Nervensystem sein und insgesamt das Gleichgewicht befördern. Der „Wassermelonenturmalin” soll mit seiner ausgleichenden Wirksamkeit (Schwingungen) dem Krebs vorbeugen (CHOCRON, 134).
Der schwarze Schörl wird zur Behandlung von Narben eingesetzt, Dravit und Uvit werden wegen ihres hohen Magnesiumgehalts bei Krämpfen und zur Kur von Haut und Bindegewebe empfohlen.

Der Turmalin ist — einem indischen System zufolge — als Monatsstein dem Oktober zugeordnet (MESENZEW, 234).

Der Jaspis wird von MALA als magischer Stein für den Monat März genannt (Weiße Magie, 88).

Mehrere seiner Varietäten werden in ihrer planetarischen Entsprechung dem Saturn zugerechnet, der grün-schwarze dem Saturn mit Neptunaspekt, der rote Turmalin (Rubellit) dem Saturn mit Plutoaspekt und der Wassermelonenturmalin vertritt den Saturn mit Isisaspekt* (Braugner in: CHOCRON, 134).

*Isis bzw. Transpluto ist ein 1946 von M. E. Savon anhand von Bahnberechnungen vermuteter äußerster Planet.

Turmalin ist - wie auch Quarz - ein Mineral, das auf mechanische Druckbelastung durch Freisetzung von Elektronen reagiert. Dieses 1880 von den Geschwistern Curie entdeckte Phänomen nutzt die Piezo-Elektronik, indem durch angelegte elektrische Spannung das Mineral verformt und in Schwingung gebracht wird, wodurch sich Töne erzeugen lassen. Solche Technik wird beispielsweise beim Bau von Lautsprechern eingesetzt.