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 Edelsteine
 
 

Smaragd

„Wirf deinen Blick am Morgen auf einen Smaragd,
und du wirst den ganzen Tag beschwingt sein.”

 

Kristallstruktur des Smaragd
Kristallstruktur
des Smaragd

 
Der Name des zu den Silikaten gehörenden Edelsteins, Härte 7,5 bis 8, ist historisch und wahrscheinlich semitischer Herkunft. Der Smaragd ist eine grüne Varietät des Beryll, dessen farbgebende Substanz Chromoxid ist (Cr2O3), Härte 7 bis 8. Hauptfundorte sind in Indien und Pakistan, im Ural, in Südafrika, Kolumbien und Brasilien (DUDA, REJL, SLIVKA, 438).

Seit altersher ist der grüne Smaragd einer der begehrtesten und wertvollsten Edelsteine.
Die Bibel nennt ihn als einen der zwölf Edelsteine auf dem Amtsschild des Priesters (2. Mose 28,17). Der Römer Plinius schrieb von ihm, keine Farbe sei dem Auge gefälliger als das Grün des Smaragds und tue dem ermatteten Sehsinn vergleichbar gut (Edelsteine in der Medizin, 31).

Im Neuen Testament heißt es, der vierte Grundstein des neuen Jerusalem sei ein Smaragd (Offenbarung 21.19f.), was wohl auf die zwölf Stämme Bezug nimmt, deren Namen auf den zwölf Stadttoren stehen (21.12).

Seine besondere Wirksamkeit gegen dämonische Mächte soll der Smaragd haben, weil er mittelalterlichen Legenden zufolge aus dem Bereich der Hölle stammt, denn ein Smaragd saß in der Krone des Luzifer (BIEDERMANN, 406).

Hildegard von Bingen meint in ihrer Physica, der Smaragd wachse früh am Tag bei Sonnenaufgang, wenn die Grünkraft (viriditas) der Erde am stärksten ist. Darum sei er von dieser Grünkraft durchdrungen und deshalb ein gutes Mittel bei Krankheit.

 

Smaragd: Magische und medizinische Anwendung

Wie den Saphir, den Granat und den Rubin zählte man auch den Smaragd „zu den ,hochberühmten medicinalischen Steinen’, an deren Arzneiwert auch noch nach der Aufklärung festgehalten wurde” (Edelsteine in der Medizin II, 23).

Die Augen sollen klar und leuchtend werden, wenn man sie mit Smaragd oder Saphir bestreicht (Sechstes und siebentes Buch Mosis, n. BAUER), der Smaragd soll zudem das Gedächtnis stärken (ebd.).

„Henrik Ranzau gibt seinen Söhnen folgenden Rat: ,Am Ringfinger der linken Hand solltet ihr Ringe mit Smaragden, Saphiren oder roten Edelsteinen tragen.’” (in: Sechstes und siebentes Buch Mosis, 198)

Der Smaragd soll Intuition verleihen, Körper und Geist Frieden und Harmonie vermitteln, die Ausdruckskraft stärken und die Erregbarkeit dämpfen und er gilt als Wegweiser auf der Suche nach dem richtigen Weg.
Laut Agrippa von Nettesheim hat der Smaragd „Abneigung gegen (...) Unkeuschheit” (SCHRÖDTER, 41).
Das Leben soll er verlängern, vor Kummer bewahren und vor dem Biß der Schlange und dem Stich des Skorpions schützen. Diese giftigen Tiere nämlich sollen beim Anblick des Smaragds erblinden, weil er ihnen das Wasser aus den Augen treibe (MESENZEW, 8). Darüber hinaus wurde ihm Wirksamkeit bei Schüttelfrost, Fallsucht und Lepra zugeschrieben (ebd., 234f.)

Weiter heißt es vom Smaragd, er vertreibe Stürme und Ungewitter.
Bei PLINIUS heißt es, der Smaragd schütze besonders dann vor Hagel- und Blitzschlag, wenn er zu einem Adler oder einem Käfer geschnitten ist.
Von den Witterungserscheinungen symbolisiert der Smaragd zudem den fruchtbaren Regen und er ist Symbol für das Wasser (BIEDERMANN, 406).

 

Smaragd: Zuordnungen und Entsprechungen

Der Smaragd ist dem Tierkreiszeichen Jungfrau sowie dem Planeten Jupiter zugeordnet (BIEDERMANN, 406), laut G. BRAUNGER ist die planetarische Entsprechung des Smaragd der Neptun, beeinflußt vom Saturn (in: CHOCRON, 134).

Er ist besonderer Beschützerstein der im Zeichen Krebs Geborenen und als Monatsstein nach antiker Vorstellung dem Mai oder dem Juni, nach indischem System dem Juni zugeordnet (MESENZEW, 233f.).

Der Smaragd wird von MALA als magischer Stein für die Monate Mai, Juni, Juli und August genannt (Weiße Magie, 88 u. 89).

Der „Magisch-sympathetische Hausschatz” nennt den Smaragd als „Bundesgenossen” der im September geborenen Menschen (BAUER, 198).

Der Smaragd gilt als Glücksstein der Künstler, Musiker und Ärzte.