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 Edelsteine
 
 

Serpentin

(von lat. serpens, „Schlange”, gr. ophites, „Schlangenstein”) Ein grün, gelb, braun, schwarz oder rötlich gefärbtes, durchscheinendes und relativ weiches Mineral (Härte 3 bis 4), dessen Kristallsystem ihm Sprödigkeit verleiht, weshalb der Serpentin beim Bruch schuppig-muschelig ausfasert. Der Serpentin ist ein recht häufiger Edelstein, er wird an etlichen Stellen überall in der Welt gefunden ( (DUDA, REJL, SLIVKA, 230).

Serpentin, hellgrün.
Serpentin, hellgrün.

 
Seinen Namen soll er nach seinen Flecken, Streifen und Geäder haben, die an die Haut einer Schlange erinnere (Edelsteine in der Medizin II, 13).

Dieser Edelstein wurde als glücksbringender Talisman angesehen, der lebensverlängernd wirken sollte (BIEDERMANN, 420). Die sich häutende und dadurch scheinbar sich erneuernde Schlange wurde für unsterblich gehalten.

Gemäß der Signaturenlehre hielt man den Serpentin in der Antike für heilkräftig bei Schlangenbiß, Trinkgefäße, die aus diesem Mineral gefertigt sind, sollen zerspringen, wenn in der Flüssigkeit Gift enthalten ist. Auch als Aphrodisiakum wurde er geschätzt (Edelsteine in der Medizin II, 13f.).

Weiter empfahl man ihn (als runden „Wärmstein”) zur Wärmung des Leibes, insbesondere bei Koliken. In Wein gegebener gepulverter Serpentin soll getrunken bei Blasenstein helfen. Zedlers Reallexikon von 1738 führt noch eine Reihe weiterer Anwendungsgebiete an (ebd., 14).

Es gibt eine ganze Reihe von Synonymen für diesen Stein (Grünstein, Kypholith, Neolith, Radiotin, Wachsstein), noch vielfältiger sind die Bezeichnungen der Farb- und Gemengevarianten, z. B. Antigorit oder Blätterserpentin, Bastit, Berthierin, Chrysotil oder Faserserpentin, Connemara, Lizardit, Silberauge, Siliciophit, Steatoit, Stichtit, Verd-antique, Verdit, Williamsit usw. (STEPHAN u. ASCHBERG, 250)