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 Edelsteine
 
 

Opal

(von altindisch upala, „Edelstein”) Chemisch eine wasserhaltige Kieselsäure, hauptsächliche Vorkommen in vulkanischen Tuffen in Ungarn, heute besonders Australien.

Opal.
Opal.

 
Vom Opal, dessen Härte zwischen 5,5 und 6,6 schwankt, gibt es eine ganze Reihe von Varitäten, den bunt opalszierenden Edelopal, den feuerroten bis hyzinthroten Feueropal, den milchweißen Milchopal, den gelben, gelbbraunen oder braunen und roten Gemeinen Opal, den mit einer Holztextur außergewöhnlichen Holzopal, den grünen Prasopal, den matten, unter Wasser durchsichtigen Hydrophan, den wasserklaren Hyalith, den Moosopal, außerdem Jasopal, Kascholong, Fiorit und andere mehr (DUDA, REJL, SLIVKA, 350).

Seine Farbenpracht verdankt der Opal einem Mythos zufolge einem Streit der indischen Gottheiten Brahma, Vishnu und Shiva. Diese zankten um eine Diva, die darum in Nebel verhüllt wurde. Um die ersehnte im Dunst wiederzufinden, färbte sie Brahma mit seinem himmlischem Blau, Vishnu vergoldete sie, Shiva beleuchtete sie mit Rot. Doch der Wind verwirbelte die Farben, bis die Diva in jenen Stein verwandelt wurde, der uns heute als Opal entzückt.

Der Opal reagiert sehr empfindlich auf Feuchtigkeit, Trockenheit, Hitze oder Druck. Weil er dann ülötzlich all sein Wasser und seinen Glanz verlieren kann, gilt er als nervöser Stein, der Tränen und Unglück bringt.

Im 14. und 15. Jahrhundert brachte man den Opal mit der Pest in Zusammenhang. Am russischen Hof war das Tragen von Opalen ebenso verboten wie vor dem Engländer Eduard VII.

Dagegen rühmte der Römer PLINIUS den Opal: „Er besitzt die wunderbaren Wirkungen aller anderen Edelsteine: das Glühen des Rubins, den Purpur des Amethysts, das Gold des Topas’, das Meeresgrün des Smaragdes und die Himmelsbläue des Saphirs.” (Bd. 37 Hist. Nat.) Die Römer schätzten den Opal als Glücksbringer.

Der Stein soll verbesserte Sehschärfe verleihen, sowohl physikalisch-optisch wie geistig, sogar die Hellsichtigkeit. Bei abgewandelter Anwendung soll sein Licht derart strahlen, daß sein Träger für umstehende schier unsichtbar wird. Auf dieser Beziehung zum Sehsinn soll die Ableitung seines Namens vom lateinischen pupillus beruhen.

Der „Magisch-sympathetische Hausschatz”, ein in manchen Ausgaben des „Sechsten und siebenten Buch Mosis” enthaltenes Werk zu Volksglauben und Magie, nennt den Opal, der sonst ein Unglücksstein sei, als „Bundesgenossen” der im Oktober geborenen Menschen (BAUER, 198). Dann soll der Opal seinem Träger zu Glück und Reichtum verhelfen, obendrein dessen Nieren gesunderhalten.

Das Tragen eines Opal empfahl man auch zur Vertreibung der Melancholie (WEHR, 161).

Lessing läßt seinen „Nathan” den Stein im Ring der berühmten Parabel als einen Opal schildern, „der hundert schöne Farben spielte, und hatte die geheime Kraft, vor Gott und Menschen beliebt zu machen, wer in dieser Zuversicht ihn trug”.

Der jüngere Aberglaube um den Opal findet sich in „Anne von Geierstein” des Walter Scott oder beruht sogar auf dieser Novelle.

Ein Milchopal zierte bis in das 14. Jahrhundert die deutsche Kaiserkrone, bis er spurlos verschwand. Diesen Stein hatte Herzog Ernst von seiner abenteuerlichen Fahrt nach dem Orient mitgebracht.

 

„Der britische Forscher Dr. Smithson vermochte nachzuweisen, daß kleinste Teilchen des Silikatminerals ,Opal’, die er in bestimmten Gräsern fand, hinsichtlich Kristallform und -größe vollständig identisch sind mit den geschürften; Pflanzen erzeugen also Halbedelsteine!” (SCHRÖDTER, 69)

 

Astrologische und kalendarische Zuordnungen des Opal

Der Opal gilt als besonderer Beschützerstein der im Zeichen Steinbock Geborenen (MESENZEW, 233), in Indien ordnete man ihn (nebst dem Turmalin) als Monatsstein dem Oktober zu (ebd., 234).

Planetarische Entsprechung des Opal ist laut G. BRAUNGER der „zwölfte Planet”, je nach Ausprägung des Opal aspektiert von Pluto, Uranus, Neptun oder Saturn. Für den Feueropal ist es Isis (Transpluto) mit Einfluß des Pluto (in: CHOCRON, 134).