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 Steine
 
 

Edelsteine

Neben beeindruckenden Felsen genießen besonders die bunten Mineralien bei den Menschen seit altersher hohe Wertschätzung:

„Die ganze Majestät der Natur ist auf kleinstem Raum in den Edelsteinen zusammengedrängt und ein einziger genügt, um darin das Meisterwerk der Schöpfung zu erkennen.” (Plinius)
Bereits Abraham soll - laut jüdischem Talmud - um den Hals einen Edelstein getragen haben, dessen bloßer Anblick Kranken geholfen haben soll; um den Hals trug später der Hohepriester ein Schild mit zwölf Edelsteinen, von denen jeder für einen der israelitischen Stämme stand (2. Mose 28,17ff.).

Laut dem „äthiopischen Buch Henoch”, das zu den Apokryphen gezählt wird, hatten die Menschen die Wertschätzung der Edelsteine von Asasel gelernt, einem der gefallenen Engel (WEIDINGER, 304).

Verglichen wurden die Sterne am Himmelszelt mit Augen und mit Edelsteinen. Der germanische Gott Thor warf die Augen des Riesen Thiassi an den Himmel; Wieland fertigte aus den Augen von Kindern den iarknasteinn; lat. pupillus meinte ursprünglich den jungen Knaben (GRIMM, 1018f.).

Als Edelsteine im eigentlichen Sinne gelten — wegen ihres im allgemeinen größeren Wertes — Diamant, Rubin, Saphir, Smaragd und manchmal Chrysoberyll. Alle anderen Schmucksteine sind sogenannte Halbedelsteine (BRASCH, 228) — was allerdings nicht heißt, daß ein schönes Exemplar eines Halbedelsteins oft teurer ist, als ein schlichteres Stück Edelstein. Ausschlaggebend für diese recht willkürliche Einteilung ist neben Seltenheit und Härte schließlich ihr Schmuckwert, welcher letztlich nur individuell zu beurteilen ist.

In Volksmedizin und Aberglauben spielen Steine bei Krankheit oder magischem Ritual ihre Rolle, verschiedene Therapieformen nutzen kristalline Schwingungen, die den Mineralen innewohnen sollen (siehe Lithotherapie).
Verschiedene Edelsteine waren Zutaten zur Bereitung von Philtren (Liebestränke), die als Liebeszauber das Herz des oder der Geliebten gewinnen sollten.

Astrologen ordneten jedem Zeichen Steine zu, jeder Monat hat seinen Monatsstein und auch den Runen und Tarotkarten werden Edelsteine beigeordnet. Diese Zuordnungen weichen allerdings je nach Autor und Schule teils erheblich voneinander ab:

„Gräbt man dann noch in den alten Anwendungen zur praxisbezogenen Anwendung der Edelsteine nach, dann weiß man überhaupt nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Der Schluß liegt nahe, daß der Wert der alten Steindeutungen nicht allzu hoch gewesen sein kann.”
(MESENZEW, 234)

Der gleiche Autor weist allerdings auch darauf hin, „daß viele scheinbar abergläubische Verhaltensregeln der Vergangenheit uns nur darum unsinnig erscheinen, weil die Phänomene, auf denen sie beruhen, noch nicht erforscht sind.” (ebd., 235f.)

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Edelsteine.de - Schmuck und Esoterik

Beliebt ist die Edelsteinheilkunde nach Hildegard von Bingen. Ihr bekanntes „Buch von den Steinen”, das als 4. Buch in Hildegards Werk Physika enthalten ist, soll nicht von der Mystikerin verfasst sein und gilt als späterer Zusatz — was für sich genommen allerdings nichts über den Wert der darin enthaltenen Empfehlungen aussagt.

 

In Europa gibt es verhältnismäßig wenig Edelsteine. Darum ist die abendländische Mythologie recht arm an Edelsteinsagen und darum sind die Bezeichnungen der meisten Edelsteine Fremdwörter. Schon das griechisch-römische Altertum übernahm Sagen und Verwendung der Edelsteine aus dem Osten, besonders aus Indien.

Beliebt sind die bunten Mineralien besonders als angenehm in den Händen zu haltende („Handschmeichler”) Trommelsteine.

 

Edelsteinsammlung: Achat, Adular, Aktinolith, Amethyst, Antimonit, Aquamarin, Aventurin, Bergkristall, Beryll, Bernstein, Biotit, Blutjaspis, Blutstein, Carneol, Chalcedon, Chrysokoll, Chrysolith,Chrysopras, Citrin, Diamant, Edeltopas, Feuergranat, Goldberyll, Granat, Hämatit, Heliodor, Heliotrop, Hyazinth, Jade, Jaspis, Karneol, Katzenauge, Lapislazuli, Lepidolith, Malachit, Mondstein, Moosachat, Nephrit, Obsidian, Onyx, Opal, Perle, Prasem, Quarz, Rhodochrosit, Rosenquarz, Rubin, Saphir, Sardonyx, Schneeflocken-Obsidian, Serpentin, Smaragd, Smaragdquarz, Spinell, Tigerauge, Topas, Türkis, Turmalin, Zitrinquarz (weitere Namen finden sich über das Register)
Ein Edelstein ganz besonderer Art ist der sagenhafte Stein der Weisen.

> siehe auch die Übersicht Edelsteine nach Farben

 

Mit einem Edelstein wird der hl. Thomas von Aquin dargestellt.

Den Wert der Edelsteine soll die Menschen der gefallene Engel Asael gelehrt haben (Das äthiopische Buch Henoch, in: WEIDINGER, 304).

Altindische Götter kannten den Unsterblichkeitstrank Amrita, der aus milchreinem Wasser, Kräutersaft, flüssigem Golde und aufgelösten Edelsteinen bestehen soll.

Sonstige Steine: Stone of Scone