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 Allmende
 
 

Flut, Sintflut

(ahd. sin(t)vlout „große, allgemeine Flut” bzw. „alte Flut”) Eine große Flut, die ein Gott sendet um das Leben auf der Erde auszulöschen. Derartig verheerende Fluten sind aus vielen Mythen bekannt. Bereits sumerische Tontafeln (um 2000 vor) berichten im Gilgamesch-Epos vom Fluthelden Utnapischtim, der eine sechs Tage währende Flut überlebt. Die Bibel nennt die Sintflut, vor der sich nur Noah mit seiner Arche rettete (1Mose 7,11). Das Ende der Flut signalisiert in diesen Geschichten ein Regenbogen.
In der klassischen griechischen Mythologie sendet Zeus eine große Flut, der nur Deukalion und Pyrrha und entrinnen. Glücklicherweise sendet die Göttin Themis ihnen das Wissen, wie sie aus Steinen neue Menschen schaffen konnten. So konnte die Erde aufs Neue bevölkert werden.

In der griechischen Mythologie mag auch der Besuch der Flußgottheiten Okeanides und des Meeres Okeanos bei Prometheus hoch im Kaukasus auf eine Überschwemmung hindeuten (Aischylos, Der gefesselte Prometheus).

Im östlichen Mittelmeerraum und besonders an den Küsten des Schwarzen Meeres soll es vor etwa 7000 bis 8000 Jahren tatsächlich eine gewaltige Überschwemmung gegeben haben. Schmelzwässer der Eiszeiten hatten demnach den Meeresspiegel der Ägäis erheblich anschwellen anschwellen lassen, bis die Fluten sich über die Dardanellen, damals eine feste Verbindung zwischen Kleinasien und Europa, in das Marmarameer ergossen und das kleine Gewässer im Nu anfüllten.

Weiter östlich liegt das Schwarze Meer, das damals ein Binnengewässer mit tiefliegendem Wasserspiegel und Süßwasser war. Ein natürlicher Damm trennte es am Bosporus vom Marmarameer ab. Als dessen Wasserspiegel weiter stieg, wurde die Landbrücke über- und weggeschwemmt und das Becken des Schwarzen Meers füllte sich mit den Wassermassen des Mittelmeers. Das dürfte neben der Überflutung als solche, die die Küstengebiet verschlang, durch plötzliche Umwälzung des Wasserchemismus weitreichende Konsequenzen für Landwirtschaft und Fischerei gehabt haben.

Das Desaster dürfte die Überlebenden animiert haben, weiter im Binnenland neue Bleibe zu finden. Wo dort schon Menschen wohnten, wurden diese verdrängt oder assimiliert. Das Vordringen der Bandkeramikerkultur, die den Ackerbau nach Europa brachten, könnte in der Sintflut seine Ursache haben. Die Augenzeugenberichte der Überlebenden schlugen sich in der kollektiven Erinnerung nieder, was die Verbreitung des Mythos erklärt.

Die Sintflut wird auch als der Untergang des sagenhaften Atlantis gedeutet, von der Platon berichtet.

Auffallend ist, daß mit der Sintflut nicht allein fast alle Menschen ertrinken, den Nachkommen der Überlebenden ist auch eine erheblich kürzere Lebensspanne zugemessen als den Altvorderen.
Die Königslisten Sumers weisen für die vorsintflutlichen Könige eine teils phantastische Lebensdauer aus. Enmenluanna von Badtibira soll 43200 Jahre regiert haben, dagegen lebten ihre nachsintflutlichen Nachfolger zwar immer noch sehr lange, es sind aber meist nur 500, allenfalls 1000 Jahre, Gilgamesch lebte sogar nur 126 Jahre (UHLIG, 113f.).
Ähnlich verhält es sich in der Bibel. Bis Noah waren Lebenszeiten von einigen hundert bis 969 Jahre üblich, danach sind es — vergleichsweise bescheiden — stets weniger als 200 Jahre.

   

Fluthelden:

sumer. König Ziusudra, akkad. Utnapishtim, griech. Deukalion und Pyrrha, Dardanos und Ogygos, bibl. Noah, chaldä. Xisuthrus

Eine verheerende Flut, der zudem sengende Hitze folgte, beendete in der altiranischen Mythologie die Herrschaft des Yima und mit ihm das goldene Zeitalter unsterblicher Menschen.

Eine britische Flutsage erzählt von Dwyvan und Dwyvach.