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Die Probe aufs Geschick oder den Willen bzw. die Gunst der Gottheit. Losen war eine Möglichkeit, das Schicksal seine Wahl unter mehreren zu treffen, etwa wenn für eine Unternehmung der Anführer bestimmt werden oder ein Übeltäter ausfindig gemacht werden sollte.
Allgemein bezeichnet man Methoden des Loswerfens zur Zukunftsdeutung sortilegium, mittellateinisch hieß der das Los werfende sortiarius. Hiervon stammt das französische Wort sorcier, Hexenmeister, ähnlich das englische sorcerer. Soweit die Lose aus Holz, bezeichnet man diese mantischen Verfahren als Xylomantie. (Biedermann 1998, 292)
Hierher gehört auch das Werfen der in Zweigstücke geritzten Runen.
Lose sind beispielsweise die Runen, die zur Weissagung geritzt und geworfen werden (z. B. Voluspa 20) oder die ihnen ähnliche Hölzchen, welche von der Priesterschaft der römischen Glücksgöttin Fortuna gedeutet wurden.
Weil nach dem Verrat des Judas Ischarioth eine Stelle im Zwölferkreis der Apostel Jesu vakant ist, werfen die übrigen das Los über die beiden Kandidaten Joseph Barsabas Justus und Matthias, um Gott entscheiden zu lassen. Das Los fällt auf den Matthias und der ward zugeordnet zu den elf Aposteln (Apostelgeschichte 1, 23ff.).
Das Christentum lehnt das Auslosen ab, sofern dabei der Wille Gottes versucht werden oder eine dämonische Macht beschworen werden soll. Das entsprechende biblische Verbot findet sich beim Propheten Hesekiel (21,26).
Das Wort Los meint auch im heutigen Deutschen sowohl das Lotterielos, eine profane Probe auf göttliche Gunst wie das Schicksal eines Menschen im allgemeinen.
Bestimmte Tage gelten im bäuerlichen Kalender als Lostage, die das kommende Wetter anzeigte. Der bekannteste solcher Lostage ist sicherlich der Siebenschläfertag am 27. Juni, der für das Wetter der kommenden sieben Wochen bestimmend sein soll.
Siehe auch günstige Tage.