Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Heilkunde
 
 

Lithotheraphie

(von gr. lithos, „Stein” und therapeia, „Behandlung”) Die Behandlung von Krankheiten mittels der Anwendung von Steinen, insbesondere Edelsteinen, die im ganzen aufgelegt oder pulverisiert eingenommen werden.

Ob von den in Volksmedizin und Aberglauben vielgeschätzten Edelsteinen tatsächlich medizinische Wirksamkeit ausgeht, bleibt umstritten, jedenfalls hat die Lithotherapie eine uralte Tradition.
Schon der alte Sänger Orpheus hatte darüber in seinem Lehrgedicht Lithika gesungen, ohne Unterlaß hat die Lithotherapie seither bis in die Gegenwart ihre Anhängerschaft. Bei Agrippa von Nettesheim heißt es zum Beispiel in dessen Occulta Philosophia:

„Der Saphir hat Abneigung gegen Pestbeulen, Fieberhitze und Augenkrankheiten; der Amethyst gegen Trunkenheit; der Jaspis gegen Blutflüsse ...; der Smaragd gegen Unkeuschheit; der Achat gegen Gifte; Korallen gegen Melancholie und gegen Magenschmerzen; der Topas gegen Leidenschaften wie Geiz, Völlerei und alle Ausschweifungen in der Liebe.”
(Kap. XVIII; Neudruck: p. 114, zit. n. SCHRÖDTER, 1967, 41)

In der verbreiteten Sammlung „Sechstes und siebentes Buch Mosis” ist zu lesen:

„Henrik Ranzau gibt seinen Söhnen folgenden Rat: ,An euren Händen solltet ihr immer Korallen, Bernstein, Achat oder kostbare Steine haben. Am Ringfinger der linken Hand solltet ihr Ringe mit Smaragden, Saphiren oder roten Edelsteinen tragen. Im Munde solltet ihr zuweilen einen Amethyst halten, etwas Kristall, einen Granat oder etwas reines Gold oder Silber.’” (in: n. BAUER 1996, 198)

In einer neuzeitlichen Schrift eines pharmazeutischen Betriebes heißt es dagegen:

„Für uns sind Edelsteine pharmakologisch indifferent, kalt. Doch wir bewundern in ihnen ,höchste Subtilität der Natur’ (Paracelsus), ihr Wachsen und Werden, ihre Kristallisationsformen, ihr Farbenspiel, doch ihre magische, suggestive Kraft können wir entbehren. Die Arzneimittelforschung hat dieses Symbol der Sehnsucht nach einer kostbaren, vollkommenen Arznei längst überholt.”
(Edelsteine in der Medizin 1967, 8)

Wie auch immer, den Mineralen wohnen kristalline Schwingungen (die sich ähnlich auch die Homöopathie zu Nutze macht) inne, die dem Leidenden Hilfe bringen sollen und der Glaube daran ist uralt und weit verbreitet.