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| Hexerei / Zauberei | |
Im ersten Teil des Faust beschreibt Joh. W. GOETHE, wie der Gelehrte Dr. Faust vom Teufel Mephistopheles ein Mittel zur Erlangung jugendlicher Frische erbittet. Weil Faust die von Mephistopheles empfohlene körperliche Arbeit an frischer Luft nicht recht behagt, begeben sie sich zu einer Hexe, die entsprechende Zauber vorrätig hat. Sie zieht Faust zu sich in einen Kreis, reicht ihm einen Trank und deklamiert dazu aus einem Buche rätselhafte Verse:
Du mußt verstehn!
Aus Eins mach’ Zehn,
Und Zwei laß gehn,
Und Drei mach’ gleich,
So bist du reich.
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex’,
Mach’ Sieben und Acht,
So ist's vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Einmal-Eins!
Faust, Der Tragödie erster Teil, Hexenküche, 135
(Verse 2539-2552)
Eine häufig zu lesende Interpretation dieses Gedichts ist, daß in den Versen ein magisches Quadrat verborgen sei, wie es hier abgebildet ist. Demnach bedeuten die Verse:
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Verlier die Vier! - weglassen, also 0
Aus Fünf und Sechs ... Mach’ Sieben und Acht — die Zahlen werden in den folgenden vier Feldern vertauscht, dazu die verlorene 4 wiedergefunden.
Und Neun ist Eins, Und Zehn ist keins die neun Zahlen ergeben das eine Quadrat, ein zehntes Feld gibt es her nicht. Somit sollen die Verse ein magisches Quadrat ergeben.
Es fehlt nicht an weiteren Deutungen des Hexeneinmaleins, manche stellen wie beim magischen Quadrat Berechnungen an, andere interpretieren die Verse nach numerologischen Kriterien. So soll der Ausgangspunkt Aus Eins mach’ Zehn den Aufbruch bedeuten, von dem der Suchende anfangs (die 1) die Vollendung schaut (die Vollzahl 10) und sich daraufhin auf den spirituellen Weg begibt. Die von GOETHE genannten Zahlen stehen demnach für Stufen auf einem Initiationsweg vom Kind bis zum eingeweihten Weisen.
Das Hexeneinmaleins kann auch auf die ersten zehn Trümpfe des Tarot bezogen werden. Dann entsprechen die Zahlen den auf den Karten beschriebenen Situationen des Lebens und geben einen Leitfaden, das Schicksal (Trumpf X) zu beherrschen. Beispielsweise bedeute Zwei lass’ gehen, man solle der Natur freien Lauf lassen bzw. seinem Naturell vertrauen (Trumpf II, Die Hohepriesterin), Verlier die Vier, man solle nicht an weltlicher Macht (Trumpf IV, Der Herrscher) hängenbleiben, Neun ist Eins bedeute Weisheit (Trumpf IX, Der Eremit) und Magie (Trumpf I, Der Magier) sein einerlei (SHAKTI MORGANE, Tarot. Der Schlüssel zur Magie, 2002, 21), das Ganze sei als Gesetz der Hathor verschlüsselt überlieferte altägyptische Weisheit (ebd., 32-42).