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| Feste | |
Diese Begriffe meinen eine medizinisch oder kultisch gebotene Periode eingeschränkter Nahrungsaufnahme.
Medizinisch erhofft man, durch Verzicht auf Nahrung eine gründliche Reinigung des Körpers von allerlei Schlacken und Giften zu erreichen, allenfalls unterstützende Tees, neuzeitlich auch Mineralpräparate, werden während der Fastenkur eingenommen.
Der seelischen Reinigung dienen kultische Fastenzeiten, wie sie in den meisten Religionen geboten sind. Das Fasten dient der Reinigung, der Buße oder der Vorbereitung von Ekstasen.
Bereits in der Bibel finden sich etliche Stellen zum Fasten.
Die katholische Kirche kennt mehrere Anläße zum Fasten. Eine Stunde vor der Eucharistie (Abendmahlsfeier) soll außer reinem Wasser nichts eingenommen werden, an bestimmten Tagen soll auf Fleisch verzichtet, an Aschermittwoch und Karfreitag die Nahrungsaufnahme auf eine vollwertige Mahlzeit je Tag begrenzt werden.
Die Quadragesima genannte vierzigtägige Fastenzeit sah einst während dieser gesamten Vorbereitungszeit des Osterfestes strenges Fasten vor, das für jeden Christenmenschen zwischen 21. und 59. Lebensjahr galt. Es ist heute auf Aschermittwoch, mit der die Fastnacht endet, und Karfreitag eingeschränkt.
Mehr noch rückten die protestantischen Kirchen vom Fasten ab. Der Reformator Martin Luther empfahl das Fasten zur leiblichen Zucht, in der protestantischen Praxis ist es weitgehend unbekannt.
Im Islam wird den ganzen Monat Ramadan über zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gefastet, sofern es gesundheitlich vertretbar sind. Schwangere und Säuglinge sind vom Fastengebot nicht betroffen.
Bevor allerdings die entbehrungsreiche Zeit des Fastens beginnt (meist mit dem Aschermittwoch), tobt sich während der vorangehenden Fastnachtszeit besonders der Süddeutsche bei allerlei Narreteien, Maskeraden und Umzügen aus.
Außer dem langen Fasten wird auch die Nahrungsenthaltung an bestimmten Tagenm empfohlen. In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es: wer gründonnerstags fastet, bleibt das jahr frei von fieber, und hat ers, so vergehts. (GRIMM, A. 84)
Vor allem der Genuß von Fleisch ist während der Fastenzeit verboten.
GRIMM teilt aus Obersensbach im Odenwald folgende Sitte mit: tags vor fastnachtssonntag kochen viele leute für die lieben engelein das beste und leckerste, was sie im haus haben, setzen es abends auf einen tisch, öffnen den engeln die fenster, und legen sich dann schlafen. (Dt. Myth. III., A. 896, S. 467)
Fasten ohne Regen, bringt dem Jahr viel Segen.
Wie das Wetter zur Fastenzeit sein wird, soll man am Aschermittwoch ablesen können.